Donnerstag, 7. April 2022

NATO will der Ukraine mehr Waffen liefern

Die NATO-Staaten wollen ihre militärische Unterstützung für die Ukraine deutlich ausweiten.

NATO-Generalsekretär kündigt weitere Waffenlieferungen für Ukraine an. - Foto: © APA/AFP / FRANCOIS WALSCHAERTS

Bei einem Außenministertreffen in Brüssel wurde ein radikaler Kurswechsel in der Frage der Lieferung auch schwerer Waffen deutlich. So bestätigten am Donnerstag mehrere Teilnehmer im Hintergrund, dass das NATO-Land Tschechien bereits Kampfpanzer auf den Weg in die Ukraine gebracht hat. Russland war vor sechs Wochen in das Nachbarland einmarschiert.

Noch vor rund zwei Wochen war eine solche Unterstützung bei einem NATO-Sondergipfel ausgeschlossen worden. Als Grund wurde damals insbesondere die Sorge genannt, dass Russland als Reaktion darauf auch gegen NATO-Staaten vorgehen könnte.

Nun klangen die Äußerungen beim Außenministertreffen der Militärallianz deutlich anders. „Wir waren uns einig, dass wir unsere Unterstützung für die Ukraine weiter stärken und aufrechterhalten müssen, damit sich die Ukraine durchsetzt (...)“, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach zweitägigen Beratungen. Die Verbündeten seien entschlossen, mittel- und langfristig mehr zu tun, „um den mutigen Ukrainern zu helfen, ihre Heimat und ihr Land zu verteidigen und die Invasoren zurückzudrängen“.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und ihre britische Kollegin Liz Truss äußerten sich ähnlich. Man schaue sich mit den Partnern an, wie man die Ukraine zukünftig intensiver und koordinierter unterstützen könne, sagte Baerbock. Die Ukraine habe ein Recht auf Selbstverteidigung. Liz Truss sagte: „Wir intensivieren unsere Waffenlieferungen an die Ukraine.“

Details noch nicht bekannt

Details zu den geplanten Lieferungen gab es zunächst nicht - wohl auch, um Russlands Armee im Unklaren darüber zu lassen, mit welchen zusätzlichen Systemen sie es bald zu tun bekommen könnte. Stoltenberg sprach lediglich von „leichteren und schwereren Waffen“ und nannte Luftabwehrsysteme und Panzerabwehrwaffen als Beispiele.

Als ein Grund für den Kurswechsel der NATO-Staaten gilt die Entdeckung von Kriegsverbrechen in der Umgebung der Hauptstadt Kiew nach dem Abzug russischer Truppen. Zugleich wird derzeit auch die Wahrscheinlichkeit sehr gering eingeschätzt, dass Russland sich wegen der Waffenlieferungen mit der NATO anlegen könnte. Dies hat auch mit den schweren Verlusten zu tun, die Russland bisher bei seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine erlitten hat.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

apa

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