Montag, 06. Februar 2017

Naturschützer fordern „olympiafreie Alpen“

Mehrere Orte in den Alpen bemühen sich um die Olympischen Winterspiele 2026. Auch das Bundesland Tirol prüft eine länderübergreifende Kandidatur mit Südtirol. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA bleibt aber bei ihrer Position – und die lautet: olympiafreie Alpen.

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Foto: © shutterstock

Wie bekannt, prüft Innsbruck eine länderübergreifende Olympia-Kandidatur von Tirol, Südtirol und Trentino und führt bis Frühsommer eine Machbarkeitsstudie durch. Sollte diese positiv ausfallen, werden im Herbst die Bürger Tirols dazu befragt.

Doch Barbara Wülser, stellvertretende Geschäftsführerin der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, betont: „Fließen Geld und Engagement der Alpenregionen in das Strohfeuer Olympischer Winterspiele, steht es nicht für identitätsstiftende, zukunftsweisende Projekte zur Verfügung.“

Das Reformpaket des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die „Agenda 2020“, soll die Bewerbungskosten für Olympische Spiele senken und Transparenz erhöhen. Die Naturschützer stellen dem Paket allerdings kein gutes Zeugnis aus: „Die Empfehlungen sind sehr allgemein formuliert. Der Interpretationsspielraum bleibt groß. Grundlegende Änderungen der IOC-Strukturen und -Regelwerke sowie die Garantie von demokratischen Grundwerten in den Austragungsländern werden nicht diskutiert.“

Laut CIPRA zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte, dass die Bergregionen nur verlieren können mit „diesem umweltzerstörerischen und ruinösen Groß-Anlass“. Besser sei es, auf die reichen Natur- und Kulturlandschaften, auf die kulturellen Identitäten, auf Traditionen und auf engagierte Menschen mit Weitblick zu setzen. 

stol