Freitag, 18. Oktober 2019

Netanyahu: Hoffnung auf Waffenruhe in Syrien

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hofft nach eigenen Worten auf einen Erfolg der Waffenruhe zwischen der Türkei und kurdischen Milizen in Nordsyrien.

Netanyahu (r.) berät mit Pompeo über die Lage in Syrien.
Netanyahu (r.) berät mit Pompeo über die Lage in Syrien. - Foto: © APA/afp / SEBASTIAN SCHEINER

Er hoffe, „die Dinge werden sich zum Besten entwickeln“, sagte Netanyahu am Freitag nach Gesprächen mit US-Außenminister Mike Pompeo in seiner Residenz in Jerusalem. Weiter wollte er sich zu der Vereinbarung zwischen den USA und der Türkei nicht äußern.

Pompeo hatte am Vortag gemeinsam mit US-Vizepräsident Mike Pence die fünftägige Waffenruhe mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgehandelt. Anschließend flog der US-Außenminister nach Jerusalem weiter, um mit Netanyahu über die Lage in Syrien zu sprechen.

In Israel war der Rückzug der USA aus Nordsyrien, der erst den Weg für die türkische Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG freigemacht hatte, mit Sorge beobachtet worden. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump rief Befürchtungen hervor, die USA könnten sich eines Tages auch von ihrem Verbündeten Israel abwenden. Die YPG war jahrelang ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Pompeo bekräftigte Unterstützung seines Landes

Zudem befeuerte der US-Rückzug Befürchtungen der israelischen Regierung, wonach sich ihr Erzfeind Iran ein Machtvakuum in Syrien zunutze machen könnte, um seinen Einfluss in der Region auszuweiten. Teheran steht im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Machthaber Bashar al-Assad.

Netanyahu äußerte bisher keine direkte Kritik an der Syrien-Politik seines engen Verbündeten Trump. Auch am Freitag sagte er lediglich, er habe mit Pompeo über „eine weitere Stärkung unserer Allianz“ gesprochen und danke Pompeo und dem US-Präsidenten für die „beständige Unterstützung für Israel“.

Der US-Außenminister bekräftigte seinerseits die Unterstützung seines Landes. Anschließend traf sich Pompeo zu weiteren Gesprächen mit dem Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes, Yossi Cohen.

apa/afp

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