Freitag, 22. Januar 2021

Netzwerk für Familien in Wohnungsnöten verdichten

Wobi und Sozialdienste unterstützen Familien, die in unerwartete Wohnungsnöte kommen. Durch engere Zusammenarbeit auf mehreren Landes-, Bezirks- und Gemeindeebenen soll diese Hilfe ausgebaut werden.

Familien, die unerwartet und plötzlich ohne eine Wohnung dastehen, brauchen schnelle Hilfe - dies soll durch eine stärkere Vernetzung der unterschiedlichen Dienste verbessert werden.
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Familien, die unerwartet und plötzlich ohne eine Wohnung dastehen, brauchen schnelle Hilfe - dies soll durch eine stärkere Vernetzung der unterschiedlichen Dienste verbessert werden. - Foto: © pexels/lpa
Um die Frage, wie man Familien mit minderjährigen Kindern in schwierigen Lebenssituationen schnell zu einer Wohnmöglichkeiten verhelfen kann, ging es bei einem Gedankenaustausch von Landesrätin Waltraud Deeg mit Vertretern des Wohnbaus, der Sozialdienste und der Gemeinden.

Auf Anregung von Landesrätin Deeg und der Tschermser Gemeindereferentin und Koordinatorin der Fachstelle Familie im Forum Prävention Christa Ladurner wurden im Rahmen einer Videokonferenz Erfahrungen ausgetauscht und Lösungsstrategien aufgezeigt. „Wenn Familien unerwartet und plötzlich ohne eine Wohnung dastehen, brauchen sie schnelle Hilfe. Unter anderem kommt dem Wobi dabei eine wichtige Rolle zu“, betonte Landesrätin Deeg beim Treffen.

Dieser sozialen Funktion des Instituts für den sozialen Wohnbau (Wobi) komme auch im neuen Wohnbauförderungsgesetz eine bedeutende Rolle zu. Am vergangenen Dienstag hatte die Landesregierung ein umfassendes Wobi-Investitionsprogramm auf den Weg gebracht. „Es braucht eine Verstärkung des Netzwerkes und parallel dazu eine Garantie, dass die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden“, ist Landesrätin Deeg überzeugt.

Problemen strukturiert entgegentreten

An der Videokonferenz haben neben Deeg und Ladurner Ressortdirektor Luca Critelli, Abteilungsdirektor Stefan Walder, Amtsdirektorin Petra Frei, Wobi-Vizepräsident Heiner Schweigkofler, Sozialdienstvertreter Florian Prinoth, Liliana di Fede und Martina Comploi, sowie Sabine Raffeiner von der Gemeinde Meran teilgenommen.

Es gebe manchmal unerwartet kritische Situationen für Familien – dies betreffe Familien mit Migrationshintergrund ebenso wie Familien aus Südtirol. Wenn jemand keine Wohnmöglichkeit mehr habe, sei dies ein Grundproblem, dem viele weitere folgen können, gab Christa Ladurner zu bedenken. Man müsse diesen Problemen strukturiert entgegentreten.

Laut Abteilungsdirektor Walder gehe man mit dem neuen Wohnbauförderungsgesetz die angesprochenen Probleme an, unter anderem indem ein Garantiefonds eingerichtet werden solle. Dieser solle Vermietern einen gewissen Schutz bieten, um Wohnungen nicht leer stehen zu lassen, sondern vielmehr wohnungssuchenden Mietern zur Verfügung stehen.

Wiedergewinnung von Gebäuden und Bau von Mietwohnungen stärker fördern

Zudem soll die Wiedergewinnung von Gebäuden und der Bau von Mietwohnungen stärker gefördert werden. Auch weitere Gesetze, wie jenes zu Raum und Landschaft, gehe beispielsweise das Problem des Leerstandes von Wohnungen an. Zudem laufen derzeit Gespräche über eine Differenzierung des Landesmietzinses sowie Diskussionen zu einer höheren Besteuerung von leerstehenden Wohnungen (im Vergleich zu vermieteten Wohnungen).

Wobi-Vizepräsident Schweigkofler berichtete von der guten Zusammenarbeit des Instituts für den sozialen Wohnbau mit mehreren Sozialdiensten, welche Begleitung für Menschen in prekären Lebenssituationen übernehmen. „Es gibt bereits einiges an Diensten und Angeboten. Wir werden jedoch weiter daran arbeiten müssen, diese besser zu vernetzen und aufeinander abzustimmen. Dann kann es gelingen, Familien in Wohnungsnöten besser und schneller konkrete Hilfe anbieten zu können“, ist sich Landesrätin Deeg sicher.

lpa

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