Mittwoch, 16. Februar 2022

Neue Kriterien: Freier Zugang zum Strand für alle

Italienische Strandanlagen müssen künftig allen Badegästen freien Zugang zum Strand gewähren, nicht nur ihren Kunden, heißt es in der Reform, die vom Ministerrat am Dienstag einstimmig verabschiedet wurde und jetzt vom Parlament abgesegnet werden muss.

Noch ist es etwas hin bis zum Urlaub am Meeer: An Italiens Küsten sollen künftig neue Regeln gelten. - Foto: © shutterstock

Die Regierung Draghi hat am Dienstag Kriterien beschlossen, die bei der Vergabe von Konzessionen für Badeanstalten berücksichtigt werden müssen. Damit soll der gesamte Sektor an neuen Regeln angepasst werden, die den EU-Richtlinien entsprechen.

Verbraucher- und Bürgerinitiativen beschweren sich seit langem darüber, dass die Badeanlagen immer mehr Strandabschnitte in Italien in Beschlag nehmen. Mit den neuen Rechtsvorschriften werden auch die Preise für Sonnenschirme und Liegestühle begrenzt.

Konzessionen, die bereits im Einklang mit den EU-Vorschriften erteilt wurden, bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum, also auch über das Jahr 2023 hinaus, gültig. An Italiens Stränden gibt es tausende privat geführte Badeanlagen. Die Vergabe der Konzessionen war bisher eher undurchsichtig.

Das will die EU aufgrund der Bolkestein-Wettbewerbsregeln nun ändern, die Regierung Draghi musste sich anpassen. Pächter der sogenannten „stabilimenti balneari“, wie in Italien Badeanlagen am Meer genannt werden, in denen bezahlenden Gästen Liegestühle und Sonnenschirme zur Verfügung gestellt werden, befürchten den Verlust ihrer Rechte. 29.000 Badeanstalten, die saisonal bis zu 300.000 Personen beschäftigen, gibt es in Italien, sie werden meist auf Familienebene geführt. Vielen droht jetzt das Aus.

Mit den neuen Regeln will sich die Regierung um transparente öffentliche Ausschreibungen bemühen, wie sie bisher nicht stattgefunden haben. Vielmehr dürften Korruption und Vetternwirtschaft bei der Vergabe in vielen Fällen eine Rolle gespielt haben. Immer wieder gelangten Anlagen so auch in die Hände der lokalen Mafia.

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