<BR />Statt wie bisher 300 gibt es nun 600 Euro Mindestvergütung im Monat. Damit, so erklärte Landesrätin Magdalena Amhof gestern, reagiere man auf zahlreiche Rückmeldungen von Praktikanten, die sich bei einem „Lohn“ von 300 Euro ausgenutzt gefühlt hatten. Den entsprechenden Beschluss hat die Landesregierung gestern gefasst. <BR /><BR />Greifen, so stellte Amhof klar, wird die Neuregelung erst mit 2027, „weil für diesen Sommer die meisten Orientierungspraktika bereits unter Dach und Fach sind“. Ziel ist es, jungen Menschen den bewussten Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern – und sozusagen nebenbei auch ihre Bindung an den Standort Südtirol zu fördern. Denn Orientierungspraktika, so unterstrich die Landesrätin, bieten den Betrieben auch eine gute Möglichkeit, sich als guten Arbeitgeber zu profilieren und so künftige Mitarbeiter für sich zu gewinnen. <BR /><BR />Und: Die neuen Rahmenrichtlinien schärfen den Unterschied zwischen einem Praktikum, das als Hilfestellung dienen soll für die Wahl des künftigen Berufes und der Ausbildung, und Sommerjobs zum Geldverdienen. Und eben aus diesem Blickwinkel legen die nun zudem fest, dass man maximal zweimal ein Orientierungspraktikum im selben Berufsbild und selben Betrieb machen kann. <h3> Praktika als gezielter Einblick für junge Menschen</h3>„Nach zwei Praktika kennt man den Betrieb und die konkrete Arbeit des Berufsbildes. Wer ein drittes Mal in den gleichen Betrieb geht, tut dies zum Geldverdienen. Und dann ist es ein Sommerjob, kein Orientierungspraktikum“, erläuterte Amhof. Praktika sollen also künftig wieder stärker ihrer eigentlichen Funktion dienen: „jungen Menschen einen gezielten Einblick in Berufe und Arbeitsfelder zu ermöglichen und sie in ihrer Studien- und Berufswahl zu unterstützen“, betonte die Landesrätin. <BR /><BR />Festgelegt ist auch das zeitliche Ausmaß eines solchen Praktikums: Es muss mindestens 14 Tage und für Oberschüler und Berufsschüler maximal drei Monate dauern. Für Studierende gilt eine Höchstdauer von sechs Monaten.<BR /><BR />In die Regelungen zu den Orientierungspraktika fallen nicht: Curriculare bzw. Pflichtpraktika etwa im Studium, Eingliederungspraktika für Menschen mit Beeinträchtigung und Praktika in der Landesverwaltung.<BR /><BR />Pro Jahr werden in Südtirol rund 7.000 Orientierungspraktika absolviert, 90 Prozent davon in den Sommermonaten. Die Abwicklung erfolgt dabei über den Arbeitsmarktservice des Landes, der diese verwaltet und überwacht.