Dienstag, 28. Mai 2019

Neue Riege im Europaparlament: Mit oder ohne Strache

Gibt es nicht noch eine große Vorzugsstimmen-Überraschung, sind 13 der 18 bei dieser Wahl gekürten österreichischen Abgeordneten neu im Europaparlament. Ganz fest steht die neue Riege allerdings noch nicht: Denn der über „Ibizagate“ gestolperte Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat noch nicht mitgeteilt, ob er das ihm über die Vorzugsstimmen überraschend zugefallene Mandat annehmen wird.

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Strache hatte auf seinem Facebook-Auftritt zwar zwischenzeitlich gepostet, das Mandat anzunehmen. Wenige Minuten später war die Nachricht aber schon wieder gelöscht. In seiner Partei wurde dem Vernehmen nach weiter versucht, den eigentlich von allen Funktionen zurückgetretenen Ex-Parteichef zum Verzicht zu überreden. Ein Parteiausschluss stand Dienstagvormittag aber außer Frage, habe dieser doch trotz „Ibizagate“ zu viele Anhänger unter den FPÖ-Wählern.

Nimmt Strache sein Mandat tatsächlich an, hätte das 2 Auswirkungen: Die ohne ihn hohe Frauenquote der Österreicher-Riege von 50 Prozent würde auf 44 Prozent sinken. Denn Straches Einzug ginge zulasten der FPÖ-Abgeordneten Petra Steger - und die FPÖ hätte dann eine Frauenquote von Null. Und da Steger auch deutlich jünger ist als Strache - der demnächst den 50er feiert - stiege das Durchschnittsalter um ein Jahr auf etwas über 48.

apa

stol