Auch im Norden griffen die USA an. Dort sei eine Marinebasis am Kaspischen Meer getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Gilan. In Piranshahr im nördlichen Iran an der Grenze zum Irak seien am Morgen zudem Projektile eingeschlagen, hieß es in einem separaten Bericht der Agentur unter Berufung auf den örtlichen Katastrophenschutz. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.<BR /><BR />Über Attacken im Südwesten des Landes berichtete der stellvertretende Gouverneur der Provinz Khuzestan, Valiollah Hayati, nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA. Hayati sprach von einem „Raketenangriff des terroristischen US-Feindes auf Gebiete rund um die Stadt Ahvaz“. Es war die 13. Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.<BR /><BR />Iranische Medien hatten schon zuvor US-Angriffe auf Gebiete um Ahvaz gemeldet, etwa auf die iranischen Städte Andimeshk und Omidiyeh. Auch aus dem Bereich der Insel Qeshm in der Straße von Hormuz, sowie bei der Großstadt Bandar Abbas gebe es Berichte über Explosionen. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf amtliche Angaben. Laut dem Portal „Nur News“, das dem Sicherheitsrat der Islamischen Republik nahesteht, war die iranische Flugabwehr auch in der Hauptstadt Teheran im Einsatz.<BR /><BR />Das für die Region zuständige US-Kommando CENTCOM bestätigte die US-Angriffswelle. Die Attacken hätten um 2.15 Uhr Ortszeit im Iran begonnen und rund zwei Stunden angedauert. Dabei nahmen die US-Streitkräfte unter anderem Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen ins Visier, wie CENTCOM auf X mitteilte.<h3> Eskalation hält an</h3>Erklärtes Ziel der USA ist es, den Iran zur Rechenschaft zu ziehen und die Bedrohung der Handelsschifffahrt durch die iranischen Revolutionsgarden zu verringern. Der Iran-Krieg war Anfang des Monats erneut eskaliert, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormuz beschossen hatten. Am Donnerstagabend berichtete das iranische Gesundheitsministerium über 55 Tote seit Wiederaufnahme der Kämpfe im Juli.<BR /><BR />Wie in den vorangegangenen Nächten reagierte der Iran mit Gegenangriffen. So wehrten die Streitkräfte in Kuwait nach eigenen Angaben erneut Raketen und Drohnen aus dem Iran ab. Die Bevölkerung des Emirats wurde aufgerufen, Sicherheits- und Schutzanweisungen zu befolgen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim galten die Attacken einem Militärstützpunkt, der auch von der US-Luftwaffe genutzt wird.<BR /><BR />Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Zudem meldete der Iran erneut Angriffe auf Bahrain und Jordanien. Während in Bahrain am Morgen die Sirenen läuteten, wie das Innenministerium in Manama mitteilte, lag für mögliche Angriffe in Jordanien zunächst keine Bestätigung vor.<BR /><BR />Die USA und der Verbündete Israel hatten den Iran-Krieg am 28. Februar begonnen. Nach Informationen der US-Zeitung „Wall Street Journal“ ist die dabei beschädigte Infrastruktur im Iran jedoch rasch wieder aufgebaut worden - von tief in den Bergen gelegenen Raketenstützpunkten bis hin zu Brücken, Häfen und Produktionsanlagen. Die Zeitung stützt sich dabei auf Angaben israelischer und westlicher Beamter sowie auf Satellitenbilder. Trotz der heftigen Angriffe sei der Iran weiter in der Lage, präzise Treffer gegen Schiffe zu landen und US-Verbündete mit Raketen anzugreifen.