Dienstag, 18. Juni 2019

Neue Vertreibungen im Kongo und Sorge wegen Ebola

Rivalisierende ethnische Gruppen terrorisieren mit Schießereien, Entführungen, Vergewaltigungen und Verstümmelungen die Bevölkerung im Nordosten des Kongo in Zentralafrika.

Ebola und Krieg bedrohen die Bevölkerung im Kongo. - Foto: APA (AFP)
Ebola und Krieg bedrohen die Bevölkerung im Kongo. - Foto: APA (AFP)

Dadurch sind in der Provinz Ituri innerhalb von 2 Wochen 300.000 Menschen vertrieben worden, wie das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) am Dienstag in Genf berichtete. Gefährlich ist die Lage vor allem, weil es in der Provinz schon zahlreiche Fälle der hochansteckenden Viruskrankheit Ebola gegeben hat.

Wenn so viele Menschen in engen Flüchtlingslagern zusammenleben, können die Gesundheitsbehörden Ansteckungen kaum verhindern.

Seit rund einem Jahr rund 2.200 Ebola-Neuerkrankungen

Insgesamt sind im Kongo seit Beginn des jüngsten Ausbruchs vor etwa einem Jahr fast 2.200 Menschen an Ebola erkrankt und fast 1.450 von ihnen gestorben. Etwa 10 Prozent der Fälle wurden in der Provinz Ituri gemeldet, sagte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hema und Lendu gab es in der Vergangenheit immer wieder Spannungen. Allerdings war es relativ friedlich, bis jüngst der Konflikt wieder entflammt war. Humanitäre Helfer hätten keinen Zugang zu den betroffenen Regionen, so das UNHCR.

4,5 Millionen Vertriebene im Kongo

Viele Menschen versuchten, Bunia, die Hauptstadt der Provinz Ituri, zu erreichen, würden aber von Jugendbanden beider Bevölkerungsgruppen teils daran gehindert. Andere fliehen nach diesen Angaben über den Albertsee nach Uganda. Im Kongo gibt es nach UNHCR-Angaben 4,5 Millionen Vertriebene.

apa/dpa

stol