Donnerstag, 13. Mai 2021

12 neue Wasserstoffbusse für Bozen

Sie werden mit Wasserstoff betrieben, erzeugen keine umweltschädlichen Emissionen und haben eine Reichweite von rund 350 Kilometern: In Bozen wurden am gestrigen Mittwoch die ersten 3 von 12 Wasserstoffbussen für den Stadtverkehr vorgestellt.

Sie setzen auf hochmoderne Null-Emissions-Brennstoffzellen-Busse: (v.l.) Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi, SASA-Präsident Francesco Morandi, Landeshauptmann Arno Kompatscher, SASA-Direktorin Petra Piffer, Alberto Fiore (Solaris),  Landesrat Daniel Alfreider und Dieter  Theiner (IIT).
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Sie setzen auf hochmoderne Null-Emissions-Brennstoffzellen-Busse: (v.l.) Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi, SASA-Präsident Francesco Morandi, Landeshauptmann Arno Kompatscher, SASA-Direktorin Petra Piffer, Alberto Fiore (Solaris), Landesrat Daniel Alfreider und Dieter Theiner (IIT). - Foto: © LPA/SASA/Armin Huber
Die Busse aus dem Hause Solaris reihen sich neben die Brennstoffzellen-Bus-Prototypen, die seit 2013 in Bozen im Einsatz sind. Das Land Südtirol hat sich an der Finanzierung der neuen Busse beteiligt und setzt damit die Entwicklung und Investitionen der vergangenen Jahre fort, um die Mobilität im Allgemeinen und den öffentlichen Nahverkehr im Besonderen in eine möglichst emissionsfreie Zukunft zu führen.

Land Südtirol ist „vorbildlich unterwegs“

„Die Entscheidung des Landes Südtirol, viel Geld in den Kauf neuer Wasserstoffbusse zu investieren, steht im Einklang mit der strategischen Vision des Ministeriums für Infrastruktur und nachhaltige Mobilität„, sagte Verkehrsminister Enrico Giovannini.

Laut Giovannini füge sich die Investition von über 3 Milliarden Euro für die neue Busflotte für den lokalen öffentlichen Nahverkehr mit dem Kauf von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen. Nachhaltige Mobilität in großen und kleinen Städten ist wichtig, um die Lebensqualität in den Stadtteilen und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Das Land Südtirol hat bereits mit großem Verantwortungsbewusstsein diesen vorbildlichen Weg eingeschlagen.


Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Neustart

Innovation, Nachhaltigkeit und die intelligente Nutzung lokaler Ressourcen seien, laut Landeshauptmann Arno Kompatscher, der Schlüssel zum Neustart. Südtirol wäre der Vorreiter in Sachen Forschung und gezielten Projekten in dieser Technologie- etwa durch den Einsatz von Wasserstoffbussen bereits seit 2013. Die Technologie habe sich als praxistauglich erwiesen: In Bozen verfügen wir mit den 12 neuen Fahrzeugen über die erste Wasserstoff-Busflotte Italiens.

Brenner Green Corridor im Visier


“Nur ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem stellt eine sinnvolle Alternative zum Individualverkehr dar und dieses sollte möglichst nachhaltig sein, jetzt wo technische Innovationen es möglich machen‘, betonte Mobilitätsstadtrat Daniel Alfreider.

Südtirol war bereits mehrfach an erfolgreichen europäischen Projekten beteiligt und ist Teil eines aktiven europäischen Netzwerks für eine nachhaltigere und lebenswertere Zukunft. „Wir legen den Fokus auf die Produktion von grünem Wasserstoff, insbesondere für die emissionsfreie Mobilität im öffentlichen Nah-, aber auch im Güterverkehr.
Deshalb möchten wir gemeinsam mit dem Ministerium und der Europäischen Union in diese Technologie, in die Versorgungsinfrastruktur und in neue Fahrzeuge investieren. Ziel ist es, einen Brenner Green Corridor zu schaffen, der den Süden mit dem Norden Europas auf nachhaltige Weise verbindet und auf 3 Grundpfeilern basiert: Verlagerung auf die Schiene, Digitalisierung und emissionsarme Fahrzeuge“, so Alfreider.

Weniger Luft- und Lärmbelastung

Die Inbetriebnahme der neuen Wasserstoffbusse sei ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der langfristigen Strategie. Sie sieht bis 2030 die Umstellung eines großen Teils der SASA-Flotte auf nachhaltige Fahrzeuge, das heißt Batterie- und Wasserstoffbusse, vor, erklärte SASA-Direktorin Petra Piffer: „Diese Technologien eignen sich besonders für den Einsatz im städtischen Bereich, da sie nicht nur die Luft-, sondern auch die Lärmemissionen deutlich reduzieren. Vorerst sind die Fahrzeuge hauptsächlich dort im Einsatz. Allerdings wird der Einsatz von emissionsfreien Fahrzeugen auch außerhalb der Stadt getestet„, sagte Piffer.

Grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Stromquellen

Die Brennstoffzellenbusse in Bozen sind zu 100 Prozent emissionsfrei. Sie verursachen keine schädlichen Emissionen und der verwendete Wasserstoff ist 'grün': Er wird aus erneuerbaren, zertifizierten Stromquellen in unserer Produktionsstätte hergestellt. So wird der Ausstoß von CO2 oder anderen Schadstoffen komplett vermieden.

Der Kauf der neuen Busflotte wird zu 30 Prozent durch das EU-Projekt JIVE kofinanziert.

lpa