Gut möglich, dass zu Beginn des neuen Schuljahres einige Südtiroler Schüler vergeblich auf den Schulbus warten. Und das obwohl der Dienst, nach den Ausschlüssen von Tundo und SAD bei der vorangegangenen Ausschreibung und einem neuerlichen Anlauf, nun ruhigeren Zeiten entgegengehen sollte. Die im Jänner erfolgte Ausschreibung für den Schülertransport ist abgeschlossen. <BR /><BR />Erstgereihter – auch weil einziger – Bieter ist das Konsortium der Mietwagenunternehmer (KSM). Vor dem Zuschlag erfolgt nun die Überprüfung von Angebot und Anbieter. Sollte dann der Zuschlag erfolgen, ist der mit einer Auflage verknüpft: Wer den Schülertransport durchführen will, muss seinen Fuhrpark erneuern. Kein Fahrzeug darf älter sein als 3 Jahre. <BR /><BR />Zwar aus umwelttechnischer Sicht lobenswert, könnte genau das das eine oder andere KSM-Mitglied zum Aufgeben zwingen. Der Grund dafür: Obwohl das Schuljahr fast um ist, warten die KSM-Mitglieder nach wie vor auf ihr Geld. „Wir haben erst 40 Prozent der gesamten Summe ausbezahlt bekommen“, klagt eines der KSM-Mitglieder, das nicht genannt werden will. Seit 3 Jahren funktioniere das mit der Auszahlung der Gelder nicht mehr wie früher. „Gab es einst klare Termine, zu denen man jeweils eine Rate erhalten hat, so kommt das Geld nun unregelmäßig“, so der Mietwagenunternehmer.<BR /><BR />Bei einem Maximalbetrag von rund 20.000 Euro für das laufende Schuljahr hätten die „Bestverdiener“ bislang gerade mal 8000 Euro ausbezahlt bekommen. „Dabei haben wir schon 95 Prozent der Leistung erbracht“, ärgert sich der Mietwagenunternehmer. Anfang April durften die KSM-Mitglieder eine weitere Rechnung über 25 Prozent des Gesamtbetrages stellen. Ausbezahlt worden sei ihnen bislang davon aber kein Cent. „Bisher ist erst eine Raten ausbezahlt worden“, bestätigt KSM-Präsident Martin Plattner.<BR /><BR /><b>Man schiebt sich gegenseitig Schwarzen Peter zu</b><BR /><BR />Bei Land und KSM schiebt man sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu. „Wir haben 80 Prozent der zweiten Rate bereits ausbezahlt, die restlichen 20 Prozent sollten in den kommenden Tagen folgen“, sagt Martin Vallazza, Direktor im Ressort für Mobilität. Der KSM hingegen lässt seine Mitglieder per Rundschreiben wissen, dass man „das Land am 13. Mai in Verzug gesetzt und die sofortige Auszahlung von rund 1,7 Millionen Euro eingefordert“ habe. „Das Land ist bis 20. Mai keiner unserer Forderungen nachgekommen“, heißt es in dem Schreiben. Dass sie die letzte Rate erst Ende Juli ausbezahlt bekommen, sei man ja gewohnt, aber so schlimm wie in diesem Jahr sei es noch nie gewesen, so der Mietwagenunternehmer. „Für steigende Benzinkosten, Kfz-Steuer Instandhaltung des Fahrzeuges usw. müssen wir ja trotzdem aufkommen“, so der Unternehmer.<BR /><BR />Zusätzliches Problem: Für das Jahr 2020, in dem durch die Umstellung des Fernunterrichts plötzlich der Betrieb eingestellt wurde, habe man ebenfalls keine Covid-Beihilfe erhalten. „Mit einem Ausfall von mindestens 80 Prozent war die Marge zu hoch für uns, um eine Beihilfe zu erhalten“, so Plattner. Nun werde zwar ein neues Hilfspaket geschnürt, aber ob die Mietwagenunternehmer darin berücksichtigt werden, sei noch nicht klar. <BR /><BR />Ob noch vor Schulbeginn der Zuschlag für den Schülertransport erfolgt, bezweifelt Plattner. „Immerhin fahren wir ja schon seit 3 Jahren ohne Vertrag“, sagt er. Sollte der Zuschlag aber erfolgen und es bei der Auflage zur Erneuerung des Fuhrparks bleiben, dürfte dies für einige das Aus bedeuten, da finanziell nicht mehr zu schaffen, befürchtet die Freiheitliche Ulli Mair.