Wenn alles nach Plan läuft, startet 2026 die Generalsanierung des Südtiroler Landtages. Vom Keller bis zum First wird alles dem jüngsten Stand der Technik angepasst, und noch 2 Stockwerke werden dazugebaut. „Und da wollen wir so viele Akten wie möglich digital haben, um so wenig Papier wie nötig zu schleppen“, sagt Landtagspräsident Arnold Schuler. <h3> „Landtag soll offener werden“</h3>Das Digitalisierungsprojekt, welches heute im Landtag den Fraktionssprechern vorgestellt wird, auf weniger Schleppen von Akten zu reduzieren, wäre aber falsch. Bürgerfreundlicher will der Landtag laut Schuler werden. „Offener und transparenter“, sagt SIAG-Chef Gasslitter.<BR /><BR />Denn: Seit 1948 wurden über 2000 Landesgesetze und Durchführungsverordnungen erlassen. Um den Durchblick zu erleichtern, wird die Landesgesetzgebung seit 2002 allen Interessierten über den Lex Browser im Bürgernetz zugänglich gemacht. <h3> Veralteter Lex Browser</h3>So wirklich den Durchblick erhält man damit aber nicht. „Wer sich als Nicht-Jurist oder Nicht-Bauexperte das Urbanistikgesetz in der gültigen Version herunterladen will, scheitert“, so Gasslitter. Lex Browser liefert die erste genehmigte Version des Gesetzes. <BR /><BR />Auch alle späteren Änderungen gibt es. „Wenn man weiß, wann sie gemacht wurden und wie sie zusammenhängen“, so Gasslitter. Die Gesamtversion gibt es aber nicht. Lex Browser ist veraltert und kann nicht „konsolidieren“, sprich in ein neues Ganzes zusammenführen.<BR /><BR /><BR /><BR />Eben dafür soll „We Lex“ sorgen, das im Landtag einziehen wird. Hinzu kommt ein neuer XML-Standard zur Definition und zum Austausch von Daten mit dem Namen „Akoma Ntoso“, zu Deutsch „verbundene Herzen“. Ursprünglich von den Vereinten Nationen für afrikanische Parlamente entwickelt, wird es seit 2010 auch von der EU, 2015 vom deutschen Bundestag und 2016 vom römischen Senat verwendet. <h3> „Verbundene Herzen“ im Landtag</h3> „Akoma Ntoso kann Akte exakt in die Hierarchie der Rechtsordnung zuweisen“, so Gasslitter. Fazit: „Nach der Digitalisierung Mitte 2025 hat der Bürger Zugriff auf die aktuelle Version von Gesetzen und deren gesamte Entstehung, bis hin zu wer wann einen Antrag eingebracht hat“, erklärt er. Der Bürger könne sich selbst mit Gesetzen auseinandersetzen. „Das ersetzt Experten nicht. Neue Transparenz verändert aber Berufe.“<BR /><BR />Und auch für jene, die Gesetze schreiben, wird es einfacher. Wird ein Gesetzesentwurf vorgelegt, zeigt das System auf, ob und wo es im Widerspruch zu bestehenden Normen steht, die gegebenenfalls mit abgeändert werden müssen. Das sei allemal besser, als nachträglich wieder mit Änderungen zurück in den Landtag zu gehen.