Sonntag, 12. September 2021

„New York Times“: Drohnenangriff Ende August tötete NGO-Mitarbeiter

Recherchen der „New York Times“ zufolge habe die US-Armee bei einem Drohnenangriff Ende August in Kabul nicht wie behauptet ISKP-Mitglieder getroffen, sondern einen NGO-Mitarbeiter.

Bei dem Drohnenagriff der US-Armee in Kabul soll Ende August nicht wie behautpet ein IS-KP Mitglied getötet worden sein, sondern ein NGO-Mitarbeiter.
Bei dem Drohnenagriff der US-Armee in Kabul soll Ende August nicht wie behautpet ein IS-KP Mitglied getötet worden sein, sondern ein NGO-Mitarbeiter. - Foto: © APA/afp / WAKIL KOHSAR
Laut dem Bericht der „New York Times“ habe der Drohnenschlag nicht wie von der US-Regierung behauptet einen „IS-Planer“ getötet, sondern einen örtlichen NGO-Mitarbeiter und weitere Zivilisten. Einen Tag nach dem Angriff in der afghanischen Hauptstadt hatte Aimal Ahmadi der Nachrichtenagentur AFP bereits berichtet, dass sein Bruder kein Attentäter, sondern ein NGO-Mitarbeiter gewesen sei und bei dem Angriff insgesamt zehn Zivilisten getötet worden seien, darunter sechs Kinder.

Pentagon-Sprecher John Kirby sagte der Zeitung auf Anfrage, die Ermittlungen würden fortgesetzt. „Wir glauben weiterhin, dass damit eine unmittelbare Bedrohung des Flughafens (von Kabul) verhindert wurde“, sagte Kirby. Die US-Armee hatte den Tod von drei Zivilisten eingeräumt.

Ein Reporter-Team der „New York Times“ hatte für den Bericht vor Ort recherchiert, Material von Überwachungskameras ausgewertet , mit Anrainern gesprochen und Experten zu Rate gezogen. Es kam zum Schluss, dass Zemari Ahmadi am Tag des Drohnenangriffs ganz normal seiner täglichen Arbeit nachgegangen und sein Auto nicht etwa mit Sprengstoff, sondern mit Kanister voller Trinkwasser beladen war.

afp/stol