Samstag, 14. März 2020

NGO: Kriegsverbrechen von allen Seiten in Syrien

In der nordsyrischen Konfliktregion Idlib begehen laut der Hilfsorganisation World Vision alle Seiten Kriegsverbrechen. Keine Konfliktpartei halte sich an internationales humanitäres Recht, sagte deren Syrien-Koordinatorin Marianna von Zahn am Samstag. Zwar seien die Luftangriffe derzeit zurückgegangen, doch die Menschen hätten Angst, in ihre Städte und Häuser zurückzukehren.

Die Gegend ist weiterhin äußerst unsicher.
Die Gegend ist weiterhin äußerst unsicher. - Foto: © APA (AFP) / OZAN KOSE
Dem Waffenstillstand würde nicht getraut. Viele Binnenflüchtlinge in der Region lebten in Lagern. Im Winter seien viele Menschen in improvisierten Lagern erfroren, sagte von Zahn. Die kommende Regenzeit werde die Camps überfluten und den Menschen wieder alles nehmen.

Zusammenbruch des Gesundheitssystems

Das Gesundheitssystem sei zusammengebrochen. Derzeit gelangten Hilfsgüter über zwei UN-kontrollierte Grenzübergange nach Idlib. Die medizinische Versorgung werde hauptsächlich von Hilfsorganisationen geleistet. Es gebe zwar auch mobile Ambulanzen in schwer zugänglichen Gegenden, doch es herrsche Mangel an Medikamenten und Personal.

Waffenruhe vereinbart

Idlib ist außerhalb der von Kurden beherrschten Gebiete das letzte große Gebiet Syriens, das nicht von der Regierung kontrolliert wird. In der vergangenen Woche hatten die Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, eine Waffenruhe für Idlib vereinbart. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt Rebellen, Russland die Regierung.

apa