Montag, 06. Januar 2020

NGO Lifeline attackiert Kurz wegen Aussagen zu Seerettung

Die deutsche NGO Lifeline kritisiert Aussagen des ÖVP-Obmannes und künftigen österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“ in punkto Migrantenrettung. „Ist das nicht eher beunruhigend, dass in Europa Ideen, die noch vor einigen Jahren als rechtsradikal gegolten haben, offenbar jetzt normal sind?“, twitterte die NGO, die Kurz zudem als „Baby-Hitler“ bezeichnet.

Sebastian Kurz in der Kritik.
Sebastian Kurz in der Kritik. - Foto: © HANS KLAUS TECHT

In Sachen privater Seenotrettung hatte Kurz im Interview mit der „Bild am Sonntag“ betont, dass NGOs manchmal, ohne es zu wollen, Schlepper unterstützen würden. „Es ist ein sehr heikler Bereich, denn manchmal unterstützen private Seenotretter, ohne dass sie es wollen, die Schlepper. Und so führt das Vorgehen der privaten Seenotretter am Ende zu mehr Toten“, sagte Kurz.

Und weiter: „Es ist doch so: Durch das Retten im Mittelmeer und ein direktes Ticket nach Europa machen sich immer mehr auf den Weg und immer mehr ertrinken dadurch. All jene, die glauben, etwas Gutes zu tun, müssen sich eingestehen, dass es diese erwiesene Steigerung der Toten durch ihr Vorgehen gibt. Das bedaure ich zutiefst und werde es weiter bekämpfen. Es darf nicht darum gehen, was nach außen hin vielleicht gut aussieht, sondern, was funktioniert. Ein Modell der privaten Seenotrettung funktioniert nicht.“

Kritisch über Kurz ́ Aussagen zeigte sich auch die deutsche Kapitänin Carola Rackete. „Österreich auf dem Weg zu einer 'grünen' Festung Europa? Man könnte solche Aussagen öko-faschistisch nennen“, kommentierte sie die Regierungsbildung in Österreich.

apa