Am heutigen Donnerstag wird der Opfer des Holocaust gedacht. Am 27. Jänner 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz. Bis heute gilt das NS-Vernichtungslager als Symbol für den Massenmord an insgesamt 6 Millionen Juden und Millionen anderen Menschen, die von den Nazis verfolgt wurden wie Roma und Homosexuelle. Zum Anlass des Holocaust-Gedenktags finden zahlreiche Veranstaltungen statt.<BR /><BR />Zeremonien werden etwa auf dem ehemaligen Lagergelände in Auschwitz und im EU-Parlament abgehalten. An einer Online-Gedenkfeier der israelischen Vertretung bei den Vereinten Nationen nehmen Uno-Generalsekretär Antonio Guterres und der israelische Botschafter in Wien, Mordechai Rodgold, teil. In Wien legen die polnische Botschafterin Jolanta R. Kozlowska und der ukrainische Botschafter Vasyl Khymynets am Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoah am Judenplatz Kränze nieder.<BR /><BR />Der israelische Außenminister Yair Lapid und seine deutsche Amtskollegin Annalena Baerbock zeigten sich unlängst „über die dramatische Zunahme von Leugnung, Verfälschung und Revisionismus des Holocaust“ besorgt. Der Anlass für diese gemeinsame Erklärung war die UNO-Resolution gegen Holocaust-Leugnung, die vergangene Woche verabschiedet wurde. Vor allem in der Corona-Pandemie sind derartige Tendenzen festzustellen.<BR /><BR /><BR /><b>Zahl der antisemitischen Taten nimmt wieder zu</b><BR /><BR />Coronamaßnahmen-Gegner erheben immer wieder den Vorwurf, mit den Schutzmaßnahmen werde eine Diktatur errichtet und ziehen Vergleiche zur NS-Zeit. Bei den Protesten sind gelbe Sterne mit der Aufschrift „Ungeimpft“ in Erinnerung an das Zwangskennzeichen für Juden im Zweiten Weltkrieg zu sehen. <BR /><BR />Nach Angaben der NGO Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation war die Zahl der antisemitischen Taten weltweit im Jahr 2021 so hoch wie seit 10 Jahren nicht mehr. Demnach ereigneten sich durchschnittlich mehr als 10 Vorfälle pro Tag - fast die Hälfte davon in Europa und knapp 30 Prozent in den USA.<BR /><BR /><BR /><b>„Wichtiger denn je an die Vergangenheit zu erinnern“</b><BR /><BR />„Dem geplanten Massenmord lag die Abwertung aller als anders oder fremd wahrgenommenen Mitmenschen im Dritten Reich zugrunde“, sagt Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher. <BR /><BR />Der nationalsozialistischen Vernichtungsideologie fielen Juden ebenso wie Sinti und Roma, Zwangsarbeiter, Kranke, Homosexuelle sowie nicht angepasste Jugendliche zum Opfer. <BR /><BR />Es sei heute wichtiger denn je an die Vergangenheit zu erinnern, daraus die Schlüsse zu ziehen, um dadurch etwas für die Gegenwart und hoffentlich für eine bessere Zukunft tun zu können, so der Landeshauptmann: „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass es bei uns nicht nur Opfer gab, sondern auch Täter.“<BR /><BR />Laut Kompatscher liege es in unserer Pflicht, jeden Tag für die Werte des Friedens, der Freiheit, der Demokratie, der Toleranz, der Solidarität, der Gleichberechtigung, der Menschenrechte, der Menschenwürde und vor allem auch der Menschlichkeit einzutreten.<BR /><BR /><BR /><b>„Das Geschehene und die Opfer nicht zu vergessen“</b><BR /><BR />Auch die Gewerkschaft SGB/CISL mahnt anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags zur erhöhten Wachsamkeit gegenüber Entwicklungen in der Gesellschaft, die Vorurteile und Hass gegenüber Fremden, den „Anderen“ und Schwächeren in der Gesellschaft schüren sowie deren Ausgrenzung und Benachteiligung verursachen.<BR /><BR />„Der Gedenktag soll für uns ein steter Auftrag sein, das Geschehene und die Opfer nicht zu vergessen, Werte hochzuhalten, die sich an der Würde und Achtung des Menschen ausrichten, und weiterhin wachsam zu sein gegenüber demokratiegefährdenden Entwicklungen“, so die SGBCISL-Generalsekretäre Dieter Mayr und Donatella Califano. <BR />