Donnerstag, 26. März 2015

Noch ist genug Geld da, der Pflegegeld-Boom kommt ab 2035

Immer wieder wurden letzthin Sorgen laut, die Finanzierung der Pflegesicherung sei nicht gegeben. Gesundheitslandesrätin Matha Stocker geht in die Offensive. Die Zunahme an Pflegebedürftigen sei moderat, Geld genug da. Erst ab 2035 wird es durch die Jahrgänge der Babyboomer-Zeit weit mehr Geld brauchen.

Ist genug Geld für die Pflegesicherung da? Martha Stocker sagt: Ja!
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Ist genug Geld für die Pflegesicherung da? Martha Stocker sagt: Ja!

Zuletzt sei es zu einigen öffentlichen Stellungnahmen gekommen, welche die Finanzierbarkeit des 2007 eingeführten Pflegegeldes in Frage gestellt haben (STOL hat berichtet). 

Angesichts der derzeitigen Daten sowie der Prognosen für die nächsten Jahre stellt Soziallandesrätin Martha Stocker fest, dass diese Stellungnahmen unverständlich und nicht nachvollziehbar seien.

Jahresbedarf für 2015 gedeckt

 

"Der Jahresbedarf 2015 für das Pflegegeld wird auf ca. 199.000.000 Euro geschätzt. Dieser Betrag wurde bereits im Moment der Haushaltsverhandlungen für das laufende Jahr 2015 so festgehalten. Es war von vorneherein vorgesehen, dass die Finanzmittel für die Pflegesicherung zum größten Teil aus dem Landeshaushalt kommen, ein Teil aus dem Reservefonds und ein Teil von der Region. Es geht also um eine reine Frage der Kapitelzuweisung", stellt Landesrätin Stocker klar.

Stocker: Kein Anlass zur Sorge - derzeit morderate Zunahme

Auch die jährliche Zunahme der Ausgaben bereite keinen Anlass zu Sorgen. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 197.559.000 Eurso ausgegeben. "Die vorgesehene Zunahme der Ausgaben im Jahr 2015 beträgt somit lediglich moderate 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bewegt sich absolut im Rahmen der Prognosen", so Stocker.

Ab 2035-2040 deutliche Zunahme an Pflegebedürftigen

Die oft kolportierten Folgen der demografischen Entwicklung müssten zudem richtig eingeschätzt werden. Die zahlenmäßig starken Jahrgänge werden erst ab den Jahren 2035-2040 das Alter erreichen, in welchem die Anzahl der Pflegebedürftigen deutlich zunimmt. Es handelt sich um insgesamt ca. 15 starke Jahrgänge der sogenannten Babyboomer-Zeit. "Bis dahin wird es eine vorhersehbare moderate Zunahme aufgrund der steigenden Lebenserwartung geben, welcher allerdings auch eine allgemeine Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung entspricht", so die Landesrätin.

"Angesichts dieser Daten erscheinen die ständigen Diskussionen und Befürchtungen zur Finanzierbarkeit der Pflegesicherung objektiv unbegründet. Dies um so mehr, da sich gerade im letzten Oktober der Landtag einstimmig für die Beibehaltung einer grundsätzlich steuerfinanzierten und einkommensunabhängigen Pflegesicherung für alle Pflegebedürftigen ausgesprochen hat," unterstreicht Stocker. 

stol/ker

stol