„Um dies noch besser zu ermöglichen“, müssten Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, finanziell stärker unterstützt und in der Altersvorsorge abgesichert werden, schreibt der Bürgermeister von „Taufers 2010“ in einer Aussendung. „Selbstverständlich können die Eltern dann selbst entscheiden, wer die Kinderfürsorge übernehmen möchte.“ Aber die Politik – „und das kann keine Gemeindeverwaltung übernehmen“ – müsse bessere Lösungen für eine Absicherung anbieten. Dies habe er immer wieder – und auch bei der Ratssitzung – gesagt.<BR /><BR />„Wenn das Thema nun aber parteipolitisch ins Gegenteil ausgeschlachtet wird, nur um eine negative Stimmung gegen mich als Person und gegen die Gemeindeverwaltung zu erzeugen, empfinde ich das als Provokation und eine konstruierte Inszenierung“, schreibt Nöckler weiter und fragt sich, ob man als öffentliche Person seine Erfahrungen und Meinungen nicht mehr öffentlich kundtun dürfe.<BR /><BR />Wenn seine Worte diskriminierend gegenüber Frauen gewesen wären, hätte er nicht „so viele unterstützende und positive E-Mails und WhatsApps erhalten – und zwar gerade von Frauen, die es genauso sehen, wie ich es gemeint habe, nämlich die Frauen in der Familie zu stärken“. <BR /><BR />Die Verantwortung für die „jüngste Polemik gegen meine Person“ schiebt Nöckler mehr als deutlich der oppositionellen SVP zu: „Die Stimmung im Gemeinderat wird von gewissen Kreisen leider immer wieder versucht schlecht zu machen, um meine Arbeit als Bürgermeister zu diskreditieren.“ Einer konstruktiven Zusammenarbeit im Gemeinderat und einem friedlichen Miteinander in der Gesellschaft sei das jedenfalls nicht dienlich, so Nöckler. <BR /><BR />Unterstützung erhält Nöckler von seinem Gemeindeausschuss der Bürgerliste „Taufers 2010“: Judith Caneppele, Herbert Seeber, Maria Plankensteiner, Haymo Laner und Thomas Oberhollenzer schicken voraus, dass sie die „Arbeit aller Beamtinnen und Beamten im Rathaus gleichermaßen wertschätzen“. Man sei sich der unterschiedlichen Realitäten in den Familien bewusst und spreche sich dafür aus, dass Familien selbst entscheiden können, welche Form der Haushaltsführung und Kinderbetreuung sie wählen. Dafür wäre eine finanzielle Unterstützung und Altersfürsorge wünschenswert. Die zahlreichen Rückmeldungen zeigten, dass hierfür Lösungen gefunden werden müssen.<BR /><BR />Die aufgezeichnete und auf der Webseite der Gemeinde Sand in Taufers veröffentlichte Sitzung des Gemeinderates vom 22. April sorgte für Empörung in ganz Südtirol: Bürgermeister Josef Nöckler erzählt von einem Vorfall mit weiblichen öffentlichen Bediensteten in Bozen und will damit eine äußerst bedenkliche persönliche Meinung begründen: „Frauen sollten zu Hause bleiben bei den Kindern“, sagte er unter anderem. <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/frauen-sollten-zu-hause-bei-den-kindern-bleiben-eklat-im-gemeinderat" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr dazu)</a>