Mittwoch, 12. Februar 2020

Nordirland: Verdächtigem Journalistenmord zur Last gelegt

Die Polizei in Nordirland hat einen 52-jährigen Verdächtigen als Mörder der getöteten Journalistin Lyra McKee ausgemacht. Das teilte der Northern Ireland Police Service am Mittwochabend mit. Die 29-jährige McKee war bei Ausschreitungen in der nordirischen Stadt Londonderry im April 2019 erschossen worden. Katholiken bezeichnen die Stadt nur als Derry.

McKee war im April 2019 erschossen worden.
McKee war im April 2019 erschossen worden. - Foto: © APA (AFP/JESS LOWE PHOTOGRAPHY) / JESS LOWE
Die militante katholisch-nationalistische Gruppe „Neue IRA“ hatte sich zu der Tat bekannt, teilte aber mit, es habe sich um ein „tragisches Versehen“ gehandelt. Festgenommen wurde der 52-Jährige am Dienstag, er soll bereits am Donnerstag vor einem Gericht erscheinen. Ob es sich bei dem Mann um den mutmaßlichen Todesschützen handeln soll, war zunächst nicht klar.

Detective Superintendent Jason Murphy sprach von einer „Reihe von Personen“, die an dem Mord beteiligt gewesen sein sollen. „Die Suche nach Beweisen, um den Schützen zur Rechenschaft zu ziehen, bleibt aktiv und in vollem Gange“, so Murphy der Mitteilung zufolge. Zur Last gelegt wird dem Mann auch unerlaubter Waffenbesitz und Mitgliedschaft in einer verbotenen Vereinigung.

Die „Neue IRA“ ging aus Splittergruppen der Untergrundorganisation IRA (Irisch-Republikanische Armee) hervor, die 30 Jahre mit gewaltsamen Mitteln versuchte, eine Vereinigung der beiden Teile Irlands herbeizuführen. Der Konflikt, bei dem etwa 3700 Menschen ums Leben kamen und 50.000 verletzt wurden, ging erst 1998 mit dem Karfreitagsabkommen zu Ende.

Erst vor wenigen Tagen bekannte sich eine weitere Splittergruppe, die „Continuity IRA“ zu Anschlagsplänen auf eine Fähre in der Brexit-Nacht am 31. Jänner. Die Polizei hatte zuvor eine funktionstüchtige Bombe entdeckt, die an einem Kühllaster befestigt war.

apa