Zugleich wies Robinson die Vorwürfe gegen ihn vor dem Parlament in Belfast am Montag als „unbegründet und boshaft“ zurück. Seine Frau Iris begab sich unterdessen in psychiatrische Behandlung.Robinson werde seine Funktionen sechs Wochen lang ruhen lassen, teilte der nordirische Parlamentspräsident William Hay mit. Unternehmensministerin Arlene Foster werde ihn an der Regierungsspitze vorübergehend vertreten. Robinson sagte vor den Abgeordneten, er durchlebe ein „großes persönliches Trauma“. Als Vater und Ehemann müsse er sich nun seiner Familie widmen. „Ich halte daran fest, dass ich mich ethisch verhalten habe“, sagte er mit brüchiger Stimme.Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die 60-jährige Iris Robinson 2008 eine Affäre mit einem damals 19-Jährigen hatte. Robinson, die ebenfalls Politikerin ist, soll ihrem Liebhaber zu Zuschüssen in Höhe von 50.000 Pfund Sterling (56.000 Euro) für die Eröffnung eines Cafés verholfen haben. Dabei machte sie laut Medienberichten allerdings nicht öffentlich, dass sie auch privat mit dem Antragsteller bekannt war. Die Frau des Regierungschefs ist selbst Abgeordnete zum britischen Unterhaus sowie in der nordirischen Regionalvertretung."Peter Robinson wird seinen Namen reinwaschen" Die katholische Sinn Fein, Koalitionspartner von Robinsons protestantischer Partei DUP (Democratic Unionist Party), hatte die Affäre in einem Eilantrag auf die Tagesordnung der ersten Parlamentssitzung nach der Weihnachtsferien gesetzt. Die DUP stellte sich am Montag hinter den Regierungschef. Interims-Regierungschefin Foster sagte, sie habe „keinen Zweifel“, dass Robinson in sein Amt zurückkehren werde. „Peter Robinson wird seinen Namen reinwaschen“, sagte sie im Parlament in Belfast.Robinson hatte am späten Sonntagabend mitgeteilt, seine Frau habe sich in psychiatrische Behandlung begeben. Sie werde in einer Klinik in Belfast derzeit „intensiv“ betreut. Iris Robinson leidet seit längerem unter schweren Depressionen und versuchte nach Angaben ihres Ehemannes im vergangenen März, sich das Leben zu nehmen.Die Affäre könnte den seit Monaten schwelenden Konflikt zwischen Sinn Fein und DUP weiter anheizen. „Die brutale Wahrheit ist, dass wir in Nordirland bereits vor den Robinson-Enthüllungen auf eine gefährliche politische Krise zusteuerten“, schrieb der Irland-Experte und Mitglied des britischen Oberhauses, Paul Bew, am Montag in der Zeitung „The Times“. Katholiken und Protestanten streiten seit Monaten über Einzelheiten der geplanten Übertragung von Polizei- und Justizbefugnissen von London an die nordirische Provinzregierung.