Aufgrund struktureller Schwächen in Süditalien bleibe der „Mezzogiorno“ ein Teil Italiens, in dem der Kampf um Wachstum, Entwicklung und Beschäftigung Charakteristiken eines Überlebenskampfes hätten, so Squinzi. Die hohe Arbeitslosigkeit sei die Wurzel allen Übels. „Das Problem muss strukturell und ausgewogen angegangen werden. Es braucht Eingriffe bei den Kosten, der Produktivität und den Regeln“, forderte der Chef von Confindustria. Die Unternehmen seien bereit, die Maßnahmen der Regierung mit Investitionen und Beschäftigung zu begleiten.Squinzi mahnte bei der Regierung Reformen an, angefangen beim Wahlgesetz, das dem Land stabile Legislaturen ermöglichen müsse. Der 70-Jährige verwies in seiner Rede vor allem auf die Probleme in der Bauwirtschaft.Sie sei ein „Spiegel des Dramas, das die italienische Gesellschaft derzeit durchlebe.“Die Krise im Bausektor sei so gravierend, so Squinzi zu Ministerpräsident Enrico Letta, der ebenfalls auf der Jahresversammlung der Industriellen war, dass die Regierung Sondermaßnahmen ergreifen müsse, um einen zentralen Teil der italienischen Wirtschaft zu retten.Im Anschluss an die Rede Squinzis unterstrich Ministerpräsident Letta, dass die Regierung und die Wirtschaft auf der selben Seite stünden. „Die Politik hat die Lektion vielleicht zu spät verstanden, aber jetzt muss sie umsetzen, was sie gelernt hat“, so Letta.rb