Südkorea rechnet nach Angaben vom Sonntag mit einem großen nordkoreanischen Militärmanöver. Am Samstag zog Südkorea dutzende Arbeiter aus dem Industriekomplex Kaesong in Nordkorea ab.Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete am Samstag, dem Ende des vergangenen Jahres festgenommenen US-Bürger Pae Jun-ho werde bald vor dem Obersten Gericht der Prozess gemacht.Er habe die ihm zur Last gelegten Taten in den niedrigeren Instanzen gestanden. Worauf die Anschuldigungen im Einzelnen beruhen, legte KCNA nicht dar.Als Tourist in das abgeschottete Land eingereistPae war nach nordkoreanischen Angaben am 3. November als Tourist in das abgeschottete Land eingereist. Eine südkoreanische Zeitschrift identifizierte ihn als 44-jährigen Tourismusmanager, der mit fünf Touristen durch Nordkorea gereist sei, von denen einer eine Computerfestplatte mit sensiblen Daten bei sich gehabt habe.In der Vergangenheit waren in Nordkorea wiederholt US-Bürger festgenommen und nach Verhandlungen mit ranghohen US-Vertretern wieder freigelassen worden.„Es scheint so, als werde das Manöver recht groß“Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul, die nordkoreanische Führung bereite nahe der Hafenstadt Nampo im Nordwesten des Landes eine Armeeübung unter Einbeziehung von Artillerie und Luftwaffe vor. „Es scheint so, als werde das Manöver recht groß“, zitierte Yonhap einen Regierungsvertreter.Pjöngjang hatte zuletzt wiederholt gefordert, die von der UNO nach einem Atomtest Nordkoreas im Februar verhängten Strafmaßnahmen aufzuheben und die gemeinsamen Militärmanöver von Südkorea und den USA zu beenden.Zugleich drohte es mehrfach mit atomaren Angriffen auf Südkorea und Japan. Die USA beorderten hochmoderne Kampfjets nach Südkorea, darunter Tarnkappenbomber und zwei atomwaffenfähige B-52-Bomber.Nach amtlichen südkoreanischen Angaben passierten am Samstag 126 Kaesong-Beschäftigte, unter ihnen ein Chinese, bei Paju die Grenze nach Südkorea.Die Rückkehr der übrigen rund 50 Beschäftigten aus dem von Nord- und Südkorea gemeinsam betriebenen Industriepark wurde für Montag erwartet.Südkorea rief Staatsbürger auf grenznahe Sonderwirtschaftszone zu verlassen In der grenznahen Sonderwirtschaftszone hatten sich seit 2004 mehr als 120 südkoreanische Firmen angesiedelt. Für sie arbeiteten auch mehr als 50.000 Menschen aus Nordkorea.Südkorea hatte am Freitag alle seine Staatsbürger aufgerufen, die Anlage zu verlassen. Zuvor hatte Nordkorea der Aufforderung des Südens zu Verhandlungen über Kaesong eine Absage erteilt.Obwohl die Sonderwirtschaftszone für Pjöngjang ein wichtiger Devisenbringer ist, hatte der Norden Anfang April südkoreanischen Beschäftigten den Zugang verwehrt.Am 9. April zog Pjöngjang zudem alle seine Arbeitskräfte ab. Es begründete den Schritt mit einem von Seoul erwähnten „militärischen“ Notfallplan zum Schutz seiner Beschäftigten in Kaesong.apa/afp