Montag, 11. Mai 2020

Notbetreuung für die Kleinsten: Anmeldung startet am Mittwoch

Am Mittwoch soll die Online-Anmeldung für die Notbetreuung von Kindern berufstätiger Eltern starten. Noch am Dienstag will sich die Landesregierung mit dem Thema befassen und die rechtliche Grundlage schaffen. Die Allianz für Familie hofft hier noch auf eine Anpassung der Konditionen, da der Notdienst in seiner derzeit angedachten Form noch alles andere als ideal sei.

Für Kindergarten- und Grundschulkinder soll künftig eine Notbetreuung angeboten werden.
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Für Kindergarten- und Grundschulkinder soll künftig eine Notbetreuung angeboten werden. - Foto: © shutterstock
Das Rad der Wirtschaft dreht sich langsam wieder, auch in viele Büros ist etwas vom Alltag zurückgekehrt.

Von dieser Wiederinbetriebnahme sind auch Eltern betroffen, die für ihre Kinder Betreuung benötigen.

Nachdem in der vergangenen Woche die gesetzliche Grundlage für eine Betreuung in konstanten Kleingruppen geschaffen wurde, wird sich die Landesregierung am Dienstag mit dem Betreuungsnotdienst befassen und in einem außerordentlichen Beschluss die Spielregeln für den Notdienst in Kindergarten und Grundschule festlegen.

Vorgesehen ist, dass bereits am Mittwoch Eltern, die einen Betreuungsbedarf nachweisen können, um die Notbetreuung ihrer Kinder online ansuchen können. Das Ansuchen ist ab Dienstag auf der Homepage der Landesverwaltung oder auf der jener der Bildungsdirektion abrufbar.

Betreuung soll mit 18. Mai starten

Schon am Donnerstag sollen die Ansuchen geprüft werden. Die Eltern werden bis innerhalb Freitag dieser Woche über die Zulassung zum Notdienst informiert.

Die Betreuung soll mit Montag, 18. Mai anlaufen, wobei jeweils 4 Kinder im Kindergarten und 6 Kinder in der Grundschule in einem Raum begleitet und beaufsichtigt werden, stets unter Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen.

Bis zum Schulende werden jeweils am Vormittag Kinder und Jugendliche mit Behinderung betreut, sofern deren Eltern zur Arbeit aus dem Haus gehen müssen und nicht im Homeoffice arbeiten können.

Derzeit klären die Führungskräfte von Schul- und Kindergarten Vorgehensweise und Abläufe mit dem Kindergarten- und Grundschulpersonal ab.

„Bei diesen Bedingungen fallen viele Eltern durch das Raster“

Nicht besonders glücklich mit dem angebotenen Notdienst sind die Mitglieder der Allianz für Familie, wie die Sprecherin der Elterninitiative Doris Albenberger STOL gegenüber erklärt.

„Es sind vor allem 2 Punkte, die nicht ideal gelöst sind: Einerseits der Ausschluss von Eltern, die im Homeoffice arbeiten – als wäre eine normale Arbeit von zu Hause aus möglich, wenn man gleichzeitig auf die Kinder aufpassen muss“, so Albenberger.

Zweitens seien die Zeiten der Notbetreuung von 8 bis 12 Uhr nicht dieselben wie jene der Kindergärten und der Grundschulen.

„Da fehlen vorne und hinten jeweils mindestens 30 Minuten, die für arbeitende Eltern aber sehr wichtig sind, immerhin muss ich mein Kind oder meine Kinder ja auch zur Betreuung hinbringen und wieder abholen. Und dann sollte man in Teilzeit ja auch 4 Stunden arbeiten“, beschreibt die zweifache Mutter.

Ein weiteres Problem ergebe sich durch die unterschiedliche Handhabe der Kita-Notbetreuung: „Diese greift auch für Eltern, die im Homeoffice arbeiten. Was ist nun aber mit Familien, die ein Kind in der Kita haben und eines im Kindergarten oder der Grundschule? Entweder bringe ich ein Kind in die Notbetreuung und das andere nicht, was keinesfalls ideal ist“, so Albenberger.

Gänzlich auf den Notdienst zu verzichten und sich einen Babysitter zu leisten, sei jedoch auch keine Lösung, denn: „Entweder muss ich dann sowohl den Platz in der Kita weiter zahlen und den Babysitter zusätzlich, oder mein Kind riskiert, seinen Platz in der Kita zu verlieren, und die Wartelisten für den Herbst sind lang“, gibt Albenberger zu denken.

Natürlich sei es nicht einfach, eine Lösung zu finden, die allen passt, so die Sprecherin der Elterninitiative. Sie hoffe jedoch, dass vor allem die beiden Punkte des Homeoffice und des Zeitraums von 8 bis 12 Uhr in der Sitzung der Landesregierung am morgigen Dienstag nochmals überarbeitet werden könnten.

lpa/liz

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