Mittwoch, 13. Mai 2020

Notdienst: „Müssen streng starten, um danach großzügiger sein zu können“

Am heutigen Mittwoch laufen die Anmeldungen zum Notdienst für Kindergärten und Grundschulen. Die strengen Teilnahmebedingungen sorgen vor allem bei jenen Eltern für Unmut, die den Dienst so nicht nutzen dürfen. Sie seien jedoch absolut notwendig, wie Landesrat Philipp Achammer erneut betont: „Wir müssen mit strengen Auflagen starten, um die Gesundheit aller Beteiligten bestmöglich schützen zu können.“

Bildungslandesrat Philipp Achammer bittet um Verständnis und Geduld: „Um die Gesundheit aller schützen zu können, müssen wir mit strengen Auflagen starten.“
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Bildungslandesrat Philipp Achammer bittet um Verständnis und Geduld: „Um die Gesundheit aller schützen zu können, müssen wir mit strengen Auflagen starten.“ - Foto: © DLife/Multari
Am Dienstag wurden der Notdienst und die Bedingungen für die Nutzung desselben vorgestellt: Eltern, die vormittags arbeiten müssen und keine Betreuungsalternativen haben, können ihre Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter am heutigen Mittwoch für den Notdienst anmelden ( die notwendigen Formulare finden Sie hier).

Schon am Donnerstag wird eine Kommission entscheiden, welche Kinder in den Betreuungsnotdienst aufgenommen werden – und welche nicht.

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Die strengen Auflagen, die unter anderem Kinder von Eltern im Homeoffice ausschließen, sorgen bei vielen für Unmut.

„Müssen erst Erfahrungswerte sammeln“

„Wir erleben eine große Anspannung von allen Seiten“, schildert Bildungslandesrat Philipp Achammer die Situation am Mittwoch.

Dabei gingen die Haltungen stark auseinander: Während manche Eltern Sorge tragen, ob die Sicherheit ihrer Kinder während des Notdienstes gewährleistet ist, fordern andere die allgemeine Wiederöffnung der Kindergärten und Schulen.

„Hier möchte ich ganz klar betonen: Das können und dürfen wir nicht, auch weil die didaktische Aktivität auf dem gesamten Staatsgebiet ausgesetzt ist und wir in Sachen Schule in Südtirol keine primäre Zuständigkeit haben“, betont Achammer.

Der nun angebotene Notdienst sei in dieser Form – flächendeckend in einer Provinz – bislang einmalig. „Wir sind die Ersten, die so einen Dienst anbieten und haben folglich keinerlei Erfahrungswerte. Schon alleine aus diesem Grund müssen wir in den Anfängen besonders streng sein und versuchen, die Gruppen so klein wie möglich zu halten.“

ℹ️ Die Anmeldungen zum Notdienst in den jeweiligen Gemeinden laufen. Weil uns heute viele Nachfragen dazu erreichen,...

Pubblicato da Philipp Achammer su Mercoledì 13 maggio 2020


Lockerungen erst in zweitem Moment möglich

Am heutigen Mittwoch dürfen sich ausschließlich Eltern von Kindern für den Dienst anmelden, die nicht aus dem Homeoffice arbeiten können und auch sonst keine anderen Betreuungsmöglichkeiten haben. Ausnahme sind Kinder mit Beeinträchtigung und Familien in prekären Situationen.

Ebenfalls ausgenommen von einer Teilnahme am Notdienst sind Kinder, die nicht alle gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen erhalten haben: „Gerade in einer Zeit, wo der Schutz der Gesundheit absolute Priorität hat, gehen wir sicher nicht gegen die Impfbestimmungen vor“, so Achammer.

„Ich kann verstehen, dass viele Eltern enttäuscht sind“, betont der Bildungslandesrat. „Aber: Wir müssen in dieser ersten Phase des Notdienstes streng sein, das Risiko einer neuen Infektionswelle ist einfach zu groß. Sobald wir erste Erfahrungen gesammelt haben ist es durchaus denkbar, die Teilnahmebedingungen anzupassen und weitere Kinder aufzunehmen.“

„Bis es soweit ist, hoffen wir auf Verständnis von allen Seiten! Wir tun alles in unserer Macht stehende, um die Gesundheit der Kinder und des Personals zu garantieren. Nur wenn wir streng starten, können wir danach großzügiger sein.“

liz