Sonntag, 27. März 2022

Nukleares Forschungszentrum in Charkiw erneut beschossen

Die nukleare Forschungseinrichtung „Neutronenquelle“ in der ostukrainischen Stadt Charkiw ist nach ukrainischen Medienberichten erneut unter russischen Artilleriebeschuss geraten. Nach Angaben der staatlichen ukrainischen Atomaufsicht sei die Anlage am Samstag beschossen worden, wie die „Ukrajinska Prawda“ berichtete. Sie war jedoch schon zu Kriegsbeginn in einen sogenannten unterkritischen Zustand heruntergefahren worden.

Die Russen schießen weiter auf Charkiw. - Foto: © APA/AFP / SERGEY BOBOK

„Eine Überprüfung des Ausmaßes der Schäden ist wegen der ununterbrochenen Kampfhandlungen in der Umgebung der nuklearen Anlage unmöglich“, hieß es. Die Anlage wurde bereits vor knapp 2 Wochen bei einer Bombardierung beschädigt und von der Energieversorgung abgeschnitten.

Die „Neutronenquelle“ ist in der Datenbank für Forschungsreaktoren der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) gelistet. Es handelt sich nach Angaben der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln jedoch nicht um keinen klassischen Reaktor. Laut früheren Mitteilungen der IAEA fand in der Forschungsanlage keine fortwährende nukleare Kettenreaktion statt. Nur sehr geringe Mengen an radioaktivem Material seien dort gelagert.

apa/dpa

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