„Wir können Finanzinstituten nicht erlauben, Risiken einzugehen, die die ganze Wirtschaft bedrohen“, betonte Obama am Mittwochabend in Washington in seiner Rede zu Lage der Nation. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt will er unter dem Eindruck der schwersten Finanzkrise seit 1929 die Größe der Banken beschränken. Er forderte Maßnahmen gegen dasselbe leichtsinnige Verhalten, das beinahe die Weltwirtschaft zum Zusammenbruch gebracht habe.Zuvor hatte Sarkozy gefordert, „gemeinsame Lehren aus der Krise“ zu ziehen. Er preschte in Davos mit der Forderung vor, die Finanzwelt durch „ein neues Bretton Woods“ zu reformieren. In der US-Stadt Bretton Woods waren 1944 ein neues Weltwirtschaftssystem gegründet und feste Wechselkurse - gegenüber dem Dollar als Leitwährung - eingeführt worden. Das System hielt bis 1971, heute sind die allermeisten Wechselkurse flexibel.Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, sprang Obama zur Seite: die US-Reformpläne gingen in die gleiche Richtung wie die Position der EZB. Es sei unbedingt notwendig, die Maßnahmen weltweit anzugleichen und Schlupflöcher zu stopfen.Banken reagierten verärgert auf die Ankündigungen, vor allem nicht abgestimmte Aktionen würden die globale Finanzaufsicht erschweren. Auch die Begeisterung bei EU-Währungskommissar Joaquin Almunia hielt sich in Grenzen. Obamas Vorschläge bezeichnete dieser zwar als angebracht, in der Europäischen Union aber als nicht nötig. apa/dpa