Sonntag, 13. Oktober 2019

Oberbürgermeisterwahlen in Halle

Überschattet vom Terroranschlag eines Rechtsextremisten wird am Sonntag in Halle der Oberbürgermeister neu gewählt. Nach dem Anschlag vom Mittwoch waren viele Wahlkampfaktionen abgesagt worden.

Die Menschen in Halle trauen noch um die Opfer des Anschlags vom Mittwoch.
Die Menschen in Halle trauen noch um die Opfer des Anschlags vom Mittwoch. - Foto: © AP / Jens Meyer

„In einer solchen Zeit ist kein Platz für bunten Wahlkampfendspurt“, sagte der gemeinsame Kandidat von SPD, Grünen und Linken, der Linken-Abgeordnete Hendrik Lange.

Amtierender Oberbürgermeister äußert sich nicht

Auch der FDP-Politiker Andreas Silbersack, der von der CDU unterstützt wird, passte seinen Wahlkampf an. Die Gesellschaft müsse jetzt in aller Konsequenz gegen Rechtsextremismus vorgehen. Der amtierende Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Auswirkungen auf die Wahl äußern. Neben Wiegand, Lange und Silbersack treten noch fünf weitere Kandidaten zur Wahl an.

Rechtsextremer Anschlag am Mittwoch

Am Mittwoch war es in der Stadt an der Saale zu einem rechtsextremen Anschlag gekommen. Ein Mann hatte dabei mit einer Schusswaffe um sich geschossen. Als er sich keinen Zutritt zur dortigen Synagoge verschaffen konnte, erschoss er zuerst eine 40-jährige Frau, die sich ihm näherte. Das zweite Opfer, einen Maler, erschoss der Täter an einer nahegelegenen Baustelle.

dpa