Samstag, 23. Januar 2021

„Ocean Viking“ rettet 374 Bootsmigranten im Mittelmeer

Das Hilfsschiff „Ocean Viking“ sucht für mehr als 370 Bootsmigranten, die im Mittelmeer vor Libyen aus Seenot gerettet wurden, einen sicheren Hafen. Das teilte die Betreiberorganisation SOS Mediterranee am Samstag mit.

Die geretteten Menschen müssen schnellstmöglich an einem sicheren Hafen von Bord gebracht werden.
Die geretteten Menschen müssen schnellstmöglich an einem sicheren Hafen von Bord gebracht werden. - Foto: © ANSA / FABIAN MONDI/US SOS MEDITERRANEE
Unter anderem habe sich die Crew an Malta und Italien mit ihrer Bitte um Aufnahme gewandt. Die „Ocean Viking“ war nach monatelanger Pause am 11. Jänner vom französischen Hafen Marseille ins zentrale Mittelmeer ausgelaufen.

„Mit 374 Überlebenden an Bord und einer zunehmend schlechten Wetterlage müssen wir die geretteten Menschen so schnell wie möglich an dem nächstgelegenen sicheren Hafen von Bord bringen, wie es das Seerecht vorschreibt“, sagte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Mediterranee Deutschland. „Ein solcher sicherer Hafen kann nur ein europäischer sein.“

Die Herkunftsländer der Geretteten seien mehrheitlich Guinea, Mali, Kamerun, die Elfenbeinküste, Sudan und Sierra Leone. Es gab bis Freitag mehrere Einsätze, bei denen die Mannschaft der „Ocean Viking“ Männer, Frauen und Kinder aus überbesetzten Schlauchbooten aufnahm. Unter ihnen seien 168 Minderjährige, von denen seien 131 unbegleitet, berichtete SOS Mediterranee. Das Schiff habe allein am Freitagabend 106 Personen an Bord geholt.

In Libyen herrscht seit fast 10 Jahren Bürgerkrieg. Dabei hat sich das Land zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. Viele wollen über Italien nach Europa einreisen.

apa/dpa