Jetzt soll ein Treffen mit dem Landeshauptmann und Landesrätin Magdalena Amhof die festgefahrenen Fronten aufweichen.<BR /><BR />Im April hat der Landtag 150 Mio. Euro für Inflationsanpassungen im öffentlichen Dienst freigegeben: 25 für heuer, 50 für 2027 und 75 für 2028. Seit Herbst haben Land und Gewerkschaften angekündigt, sich auf ein System von Anzahlungen und Ausgleich einigen zu wollen, das auch für die Zukunft gelten soll. „Damit wir nicht ständig dem Geld nachlaufen müssen“, bringt es Ulli Bauhofer auf den Punkt.<BR /><BR />Bereits im Februar hatten die Gewerkschaften dazu einen Vorschlag hinterlegt: Das Land solle jeweils 50 Prozent der tatsächlichen Inflation aus dem Vorjahr als Anzahlung an die Mitarbeiter ausschütten. Am Jahresende erfolge dann jeweils der Ausgleich. In konkreten Zahlen würde dies bedeuten, dass 2026 eine Anzahlung von 1,5 Prozent zu leisten sei, da die tatsächliche Inflation 2025 bei drei Prozent lag.<BR /><BR />Jetzt liegt allerdings der Gegenvorschlag des Landes auf dem Tisch und bei den Gewerkschaften gibt es lange Gesichter. Das Land will jedes Jahr 50 Prozent der prognostizierten Inflation zahlen. Diese liegt bei zwei Prozent, also wäre ein Prozent fällig, was genau den 25 Mio. Euro entspricht, die bereitstehen. Das Land will also weniger anzahlen, als die Gewerkschaften fordern. Zudem sollte der Ausgleich am Ende des Dreijahreszeitraums 2025/27 erfolgen.<h3> „Gelder reichen nicht“</h3>Es könne nicht sein, dass die Mitarbeiter so lange auf den Ausgleich warten müssen, kritisieren die Gewerkschaften. Warte man drei Jahre bis zum Ausgleich, kämen sehr große Summen zusammen, die für die öffentliche Hand schwer zu stemmen und nach außen schwer zu rechtfertigen seien. „Genau das, was man vermeiden wollte“, so Bauhofer. Der Vorschlag der Gewerkschaften sei nicht einmal diskutiert worden. „Doch die Taktik ,Vogel friss‘ funktioniert bei uns nicht“, sagt Bauhofer. „Die eigentliche Wahrheit ist, dass die Gelder nicht reichen“, sagt Claudio Scrinzi. Bei 25 Mio. Euro schaue nicht mehr als ein Prozent heraus. Das seien schlappe 33 Prozent der Inflation 2025, die bei drei Prozent lag.<BR /><BR />Die Gewerkschaften haben jetzt einen Termin bei Landeshauptmann Kompatscher und Landesrätin Amhof beantragt. Dort wollen sie ausloten, ob das Land mehr Geld locker macht.<BR /><BR />Zugeknöpft gibt sich die Personallandesrätin: „Das Treffen findet Mitte Mai statt.“ Allerdings scheint sie nicht amüsiert über die Forderung nach mehr Geld zu sein. Südtirols Gewerkschaften sollten sich umschauen, was andernorts läuft. „Der Staat zahlt zehn Prozent auf die prognostizierte Inflation, also 0,3 Prozent“, so Amhof. Das sei viel weniger, als das Land ausschütte. Allemal seien die Verhandlungen gerade gestartet. „Und verhandelt wird am Tisch und nicht über Medien“, so Amhof.