"Wir haben Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger darum ersucht, gegenüber Italien klarzustellen, dass Österreich auch in Zukunft die Schutzfunktion für Südtirol ausüben wird“, erklären Durnwalder und Theiner.Monti hatte in einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Kurier“ Südtirol wörtlich als "inneritalienische Angelegenheit" bezeichnet und die Schutzfunktion Österreichs für überflüssig erklärt.Im Schreiben an die österreichische Staatsspitze weisen Durnwalder und Theiner unter anderem darauf hin, dass es für Südtirol eine Voraussetzung für die Zustimmung zur Streitbeilegung im Jahre 1992 gewesen sei, dass Österreich als Schutzmacht Südtirols darüber wacht, „dass mit Italien getroffene Vereinbarungen voll und ganz eingehalten und nicht durch verschiedene Maßnahmen ausgehöhlt werden.“Während frühere italienische Regierungen diese getroffenen Vereinbarungen im Wesentlichen respektiert hätten, nehme die technische Regierung von Ministerpräsident Monti keine Rücksicht auf die Südtiroler Autonomie. „Die römische Regierung bestimmt im Alleingang, in welchen Bereichen und in welcher Höhe Südtirol Leistungen zur Abdeckung der Staatsschulden erbringen muss. Dies widerspricht eindeutig den Bestimmungen des Autonomiestatutes!“, heißt es in dem Schreiben der SVP. Sollten diese strittigen Punkte zwischen Bozen und Rom und mit Hilfe des Verfassungsgerichtshofes nicht gelöst werden können, werde Südtirol bei den österreichischen Stellen vorstellig werden müssen.Aufgrund der Aussagen von Ministerpräsident Monti sei es laut der SVP nun jedoch nötig, gegenüber Italien unmissverständlich klarzustellen, dass die Schutzfunktion Österreichs für Südtirol nicht zur Diskussion stehe. „Denn es ist für uns vollkommen inakzeptabel, dass ein italienischer Ministerpräsident völkerrechtlich bindende Verträge ignoriert“, betonen Durnwalder und Theiner, „Österreich ist und bleibt unsere Schutzmacht“.