Donnerstag, 06. Januar 2022

Österreich: FFP2-Maske im Freien und kürzere Quarantäne

In Österreich wurden am Dreikönigstag neue Maßnahmen gegen eine rasche Ausbreitung der Omikron-Variante getroffen: Dazu zählen die FFP2-Maskenpflicht im Freien bei einer Nichteinhaltung von einem 2-Meter-Abstand und 2G-Kontrollen im Handel. Die Quarantäne wird außerdem auf 5 Tage verkürzt und die Gültigkeit des Grünen Passes wird auf 6 Monate verkürzt.

Die FFP2-Maske muss in Österreich künftig auch im Feien getragen werden, sofern ein Abstand von 2 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann.
Die FFP2-Maske muss in Österreich künftig auch im Feien getragen werden, sofern ein Abstand von 2 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. - Foto: © APA/dpa / Armin Weigel
Der Krisengipfel der österreichischen Bundesregierung mit Vertretern der Länder und Experten der „gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination“ (Gecko) hat am Dreikönigstag neue Maßnahmen gebracht. Künftig gilt eine FFP2-Maskenpflicht im Freien bei Unterschreitung des 2-Meter-Abstands, zudem soll die Quarantäne für Kontaktpersonen verkürzt und der Kontrolldruck im Handel erhöht werden, erklärten ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) im Anschluss.



Die Gültigkeit des Grünen Passes wurde auf 6 Monate reduziert. Auch bei den Regelungen zu den Kontaktpersonen gibt es eine Neuerung: Künftig gilt man nicht mehr als Kontaktperson, wenn man 3 Mal immunisiert ist, oder alle Beteiligten eine FFP2-Maske getragen haben. Das gilt auch für Kinder, die sich noch nicht „boostern“ können.

Strengere 2G-Kontrollen im Handel sollen helfen, den eigentlich geltenden Lockdown für Ungeimpfte durchzusetzen. Dafür wird der Handel viel stärker in die Pflicht genommen, die Einhaltung der Coronamaßnahmen zu kontrollieren. Derzeit dürfen nur Geimpfte oder Genesene im Non-Food-Handel einkaufen, für Ungeimpfte gilt nach wie vor ein Lockdown. Bereits nächste Woche soll der Handel Kundinnen und Kunden genau kontrollieren, damit kommt es erstmals für die Branche zu einer Kontrollpflicht. Betriebe, die sich nicht daran halten, können auch gesperrt werden, kündigte die Regierung an.

Nächste Woche startet eine „Aktion scharf“ bei 2G-Kontrollen. Ab 11. Jänner gilt an Interaktionspunkten, etwa beim Eingang oder spätestens beim Bezahlen, eine Kontrollpflicht. Bei groben Vergehen gegen die Maßnahmen sind ab 3. Februar auch temporäre Betretungsverbote möglich. Ab dann ist auch eine Erhöhung der Strafen vorgesehen.

Nehammer schließt Lockdown NICHT aus

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sprach von einer „sehr ernsten und herausfordernden Situation“. Das Virus sei „omnipräsent und gefährlich, weil es sich immer verändert“. Die neue Variante Omikron bringe neue Herausforderungen mit sich. Einen Lockdown ausschließen will Nehammer nicht, stattdessen appelliert er, „gemeinsam so zusammenhelfen, dass man dagegen ankämpfen kann“.

Die Intensität der fünften Corona-Welle hat sich in Österreich zuletzt klar beschleunigt. Am Dreikönigstag wurden 8853 neue Fälle gemeldet, tags zuvor waren es knapp 10.000.

apa/stol