Dienstag, 26. Februar 2019

Österreich streicht Karfreitag aus Feiertagskalender

Die Regierung streicht den Karfreitag aus dem Feiertagskalender. Angesichts der Kritik an der erst angepeilten Halbtags-Lösung haben ÖVP und FPÖ am Dienstag angekündigt, den Feiertag ganz zu streichen. Stattdessen können sich Arbeitnehmer an einem „persönlichen Feiertag” Urlaub nehmen. Einen zusätzlichen Urlaubstag gibt es dafür aber nicht. Der ÖGB spricht von einer Verhöhnung der Arbeitnehmer.

Rechtsanspruch auf "persönlichen Feiertag" statt Karfreitag. - Foto: APA (Archiv)
Rechtsanspruch auf "persönlichen Feiertag" statt Karfreitag. - Foto: APA (Archiv)

In Österreich können Arbeitnehmer künftig einen „persönlichen Feiertag“ nehmen. Dies beschloss die Regierung am Dienstag nach Gesprächen mit Kirchenvertretern. Anlass für die Regelung ist der Umgang mit dem Karfreitag. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte vor einem Monat entschieden, dass die bisherige Karfreitags-Regelung, wonach in Österreich nur Protestanten, Altkatholiken und Methodisten am Freitag vor Ostern frei hatten, diskriminierend sei.

Der „persönliche Feiertag“ kann auch ohne religiösen Zusammenhang zum Beispiel am Hochzeitstag beansprucht werden. Er muss aus den regulären Urlaubstagen genommen werden.
Die von der ÖVP-FPÖ-Regierung zwischenzeitlich favorisierte Lösung eines halben Feiertags für alle ab 14 Uhr war heftig umstritten. Einen zusätzlichen freien Tag wollte die Regierung mit Blick auf die Interessen der Wirtschaft und die ohnehin vergleichsweise beachtliche Zahl an Feiertagen verhindern.

Der „persönliche Feiertag“ muss 3 Monate im Voraus beantragt werden. Sollte der Arbeitnehmer auf Wunsch des Arbeitgebers wegen dringender betrieblicher Gründe am selbstgewählten persönlichen Feiertag freiwillig seiner Arbeit nachgehen, so erhalte er zusätzliche Vergütungen wie an jedem anderen Feiertag.
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apa/dpa

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stol