Freitag, 22. Mai 2020

Österreichisches Ministerium soll Warnungen nicht weitergeleitet haben

Das österreichische Gesundheitsministerium soll offenbar Corona-Warnungen aus Deutschland, Kroatien, Großbritannien, Niederlanden und Dänemark in Sachen Ischgl und Co. nicht an das Bundesland Tirol weitergeleitet haben. Dies berichtete der „Standard“. Die FPÖ schießt scharf gegen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Sollte das stimmen, sei Anschober „rücktrittsreif“, erklärte FPÖ-Obmann Norbert Hofer.

Neue Vorwürfe in der Causa Ischgl.
Neue Vorwürfe in der Causa Ischgl. - Foto: © JAKOB GRUBER
Warnungen jener Länder über das Frühwarnsystem EWRS hätten von 9. bis 13. März das österreichische Gesundheitsministerium erreicht. Dänemark sandte etwa am 13. März sogar noch eine detaillierte Auflistung von 283 mit dem Coronavirus infizierten Urlaubsheimkehrern aus österreichischen Wintersportgemeinden. Allein 184 davon kamen aus Ischgl, 60 aus St. Anton am Arlberg, hieß es in dem Bericht.

Herbert Forster, Landesamtsdirektor im Bundeslandes Tirol, hatte bereits am Donnerstag - nachdem via Online-„Standard“ von zahlreichen EWRS-Warnungen an Österreich die Rede war - erklärt, dass die Meldungen jener Länder in besagtem Zeitraum dem Bundesland nicht vorlagen. Das Ministerium gab vorerst keine Stellungnahme ab. Man prüfe derzeit den Sachverhalt - und das nehme Zeit in Anspruch. Daher bitte man noch um etwas Geduld, bis alle Fakten vorliegen.

Aussagen, die bereits heftige Kritik seitens der FPÖ hervorriefen. „Die hausinterne Recherche, ob eine Meldung weitergeleitet wurde, ist keine wissenschaftliche Analyse und sollte eigentlich binnen weniger Stunden zu beantworten sein“, meinte Hofer. Immer wieder putze sich der Gesundheitsminister in der Causa Ischgl ab. „Dieses 'Verantwortungs-Ping-Pong' zwischen dem ÖVP-dominierten Tirol und dem Grünen Gesundheitsministerium in der Causa Ischgl ist unerträglich“, so der FPÖ-Chef.

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apa

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