„Als in der Abstimmung Unterlegener jetzt nachzutreten, ist unnötig. Aber für manche ist halt immer Wahlkampf“, kontert Landeshauptmann Arno Kompatscher. Und unterstreicht, man werde sich nicht vom Weg abbringen lassen: „Südtirol definiert sich nicht als Motorsportregion.“<h3> Landesrat Christian Bianchi: Wir brauchen richtige Lösungen, keine Symbolpolitik</h3><b>Sie haben in der Sitzung der Landesregierung gegen die Einschränkung der Motorsportveranstaltungen gestimmt. Warum?</b><BR />Landesrat Christian Bianchi: Auf unseren Pässen darf ansonsten jeder tun und lassen, was er will. Motorräder fahren mit irrsinnigen Geschwindigkeiten und einem Höllenlärm, Agenturen bieten für Ferraris und Co. Touren einschließlich Fotoshooting – und dann sollen ausgerechnet die Oldtimer-Rallyes nicht mehr stattfinden? Die einen dürfen, weil sie nichts anmelden müssen, die anderen nicht? Man muss, wenn man Beschlüsse fasst, den Kopf einschalten.<BR /><BR /><BR /><b>Sie sehen also keinen Mehrwert für die geschützten Gebiete und Pässe?</b><BR />Bianchi: Nein. Die vereinzelten Veranstaltungen mit historischen Autos zu verbieten löst das Problem auf unseren Pässen? Diese Regelung macht in meinen Augen keinen Sinn. Das ist reine Symbolpolitik. Wir brauchen richtige Lösungen, keine Symbole.<BR /><BR /><BR /><b>Was befürchten Sie?</b><BR />Bianchi: Ich besitze selber keinen Oldtimer, aber sie faszinieren mich wie viele andere Menschen auch. Sie sind ein Teil unserer Geschichte. Andernorts dürfte man solche Veranstaltungen mit offenen Armen empfangen. Allerdings lässt sich das Verbot auch locker umgehen, indem man nur Etappen im Tal offiziell ins Programm nimmt. Wer will den Teilnehmern die Anreise zur nächsten Etappe verbieten?<BR /><BR /><h3> Landeshauptmann Arno Kompatscher: Haben eine klare Botschaft: Südtirol ist keine Motorsportregion</h3><b>Landesrat Bianchi hält den Beschluss der Landesregierung zu den Motorsportveranstaltungen für sinnlos...</b><BR />Landeshauptmann Arno Kompatscher: Das hat er bereits im Rahmen der Sitzung vorgebracht – und entsprechend gegen den Beschluss gestimmt. Die breite Mehrheit war hingegen dafür. Wir leben in einer Demokratie, wo jeder seine Meinung haben darf. Ein Mehrheitsbeschluss bleibt aber ein Mehrheitsbeschluss. Als in der Abstimmung Unterlegener jetzt nachzutreten, ist unnötig. Aber für manche ist halt immer Wahlkampf.<BR /><BR /><BR /><b>Bianchi argumentiert, organisierte Events mit historischen Fahrzeugen zu verbieten, löse das Problem auf den Pässen nicht. Hat er da einen Punkt?</b><BR />Kompatscher: Ihm ist es schon in der Sitzung nur um die Oldtimer gegangen. Merkwürdigerweise hatte er kein Problem mit den Veranstaltungen, bei denen Traktoren fahren. Wir lassen uns jedenfalls nicht von unserem Weg abbringen, das umzusetzen, was wir diesbezüglich tun können. Wir verbinden damit auch eine klare Botschaft: Südtirol definiert sich nicht als Motorsportregion. <BR /><BR /><BR /><b>Bianchi sagt auch, das Verbot ließe sich leicht umgehen?</b><BR />Kompatscher: Natürlich dürfen wir niemandem verbieten, die Straßen individuell zu benutzen. Da hat er recht. Aber nur für genehmigte offizielle Etappen einer solchen Veranstaltung ist es erlaubt, im Konvoi zu fahren und gibt es Polizeischutz. Bei der „Weiterreise„ der Oldtimer fährt keine Streife mehr mit. <h3> Oldtimer-Klub kündigt Rekurs an</h3>Gegen das partielle Verbot von Oldtimer-Rallyes und Co. regt sich Widerstand: „Wir werden gegen den Beschluss Rekurs einlegen“, kündigte Davide Brancalion vom Veteran Car Team Bozen gestern in einer eigens einberufenen Pressekonferenz an. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/oldtimer-klub-kuendigt-rekurs-an" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr dazu)</a>