PD-Chef Pierluigi Bersani rief alle Italiener auf, sich massiv an der Volksabstimmung zu beteiligen. Das nötige Quorum von 50 Prozent der Stimmen zu erreichen, sei ein hochgestecktes Ziel, gab Bersani zu. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass man mit einer landesweiten Mobilisierung für das Referendum das Quorum doch erreichen werde. „Den Italienern bietet sich die einmalige Gelegenheit, sich über heikle Themen wie Atomenergie und Wasserprivatisierung auszusprechen. Sie dürfen diese Gelegenheit nicht versäumen“, kommentierte Bersani.Umweltministerin Stefania Prestigiacomo warnte, dass ein Erfolg der Atomgegner beim Referendum gravierende Folgen für Italien hätte. „Wir müssen zu den Bürgern ehrlich sein. Die einzige Alternative zur Atomenergie ist Erdöl. Wir hoffen jedenfalls, dass in Zukunft aus erneuerbaren Energien die Strommenge produziert werden kann, die das Land benötigt“, erklärte Prestigiacomo. Auch die Wasserprivatisierung sei ihrer Ansicht nach ein Muss in Italien. Privatinvestitionen seien notwendig, um das veraltete Wasserversorgungssystem im Land zu modernisieren.Neben der Atomfrage und der Wasserprivatisierung wird auch über einen weiteren, heiklen Antrag abgestimmt: Der vierte Referendumsantrag zielt auf die Abschaffung des sogenannten „Legittimo Impedimento“ ab, welches es dem Ministerpräsident und den Ministern gesetzlich erlaubt, bei "unaufschiebbaren Regierungsgeschäften" von Prozessen fernzubleiben. apa/stol