Dienstag, 19. Februar 2019

Ordensobere bekennen Versagen bei Missbrauchs-Aufklärung

Die Oberen von Männer- und Frauenorden der katholischen Kirche haben vor dem Missbrauchstreffen im Vatikan ihr eigenes Versagen bei der Aufklärung eingeräumt. „Wir senken die Köpfe in Scham, dass Missbrauch in unseren Kongregationen und Orden stattgefunden hat“, teilten die Weltdachverbände der Generaloberen (USG) und Generaloberinnen (UISG) am Dienstag in Rom mit. „Unsere Scham wird verstärkt dadurch, dass wir nicht realisiert haben, was vor sich geht.“

Am Donnerstag beginnt das Spitzentreffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen mit Papst Franziskus im Vatikan.
Am Donnerstag beginnt das Spitzentreffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen mit Papst Franziskus im Vatikan. - Foto: © shutterstock

Die Antwort der Ordensverantwortlichen sei „nicht die gewesen, die sie sein sollte“. „Sie haben versagt, die Warnzeichen zu sehen oder diese ernst zu nehmen.“

Am Donnerstag beginnt das Spitzentreffen der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen mit Papst Franziskus im Vatikan. Auch Ordensvertreter sind bei dem Treffen dabei, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Dabei will die Kirche einen Weg aus der Krise finden und Missbrauch von Kindern und die Vertuschung bekämpfen. Zuletzt kam auch ans Licht, dass Nonnen in Religionsgemeinschaften missbraucht wurden. Das Thema soll aber bei dem Gipfel in Rom nicht explizit diskutiert werden.

Die Ordensführungen verpflichteten sich nun zur Aufklärung. „Wir wollen unsere blinden Flecken sehen. Wir wollen jeden Machtmissbrauch beim Namen nennen“, heißt es in der Mitteilung.

dpa

stol