Donnerstag, 04. März 2021

Ostern: Reisen nur von gelb zu gelb – Südtirol will für Einheimische öffnen

Eine Reise zu Ostern ist nicht mehr unmöglich. Die Regierung hat das Bewegungsverbot zwischen den Regionen ab 27. März aufgehoben. Zu große Hoffnungen sollte man sich aber nicht machen: Die Koffer darf man nur packen, wenn Südtirol bis dahin gelbe Zone wird. Auch Anreisen sind nur aus gelben Zonen möglich, weshalb Touristiker weiter mit „schwierigen Ostern“ rechnen.

Ob die Südtiroler ihren Sonnenhut für einen Oster-Spaziergang  abseits von Südtirol einpacken dürfen, hängt davon ab, ob Südtirol es schafft, bis dahin   seine Einstufung von derzeit orange in gelb  zu wechseln.
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Ob die Südtiroler ihren Sonnenhut für einen Oster-Spaziergang abseits von Südtirol einpacken dürfen, hängt davon ab, ob Südtirol es schafft, bis dahin seine Einstufung von derzeit orange in gelb zu wechseln. - Foto: © shutterstock
Ministerpräsident Mario Draghi hat sein erstes Corona-Dekret unterschrieben. Bis 27. März bleiben weiterhin alle Bewegungen zwischen den Regionen untersagt – außer aus Arbeits-, Gesundheits- oder unaufschiebbaren Gründen. Ab dem 27. März und bis zum Ablauf des Dekrets am 6. April – also genau über Ostern – sind Reisen im Stiefelstaat aber wieder möglich.

Allerdings hält sich die Reisefreiheit beträchtlich in Grenzen. „Dass bis 27. März zu ist, heißt nicht, dass ab 27. alles offen ist“, bringt es Landeshauptmann Arno Kompatscher auf den Punkt. Auch nach dem 27. März dürfen Bürger, die in vom Staat als rot oder orange klassifizierten Risikozonen leben, ihre Region bzw. autonome Provinz nämlich nicht verlassen. Ob die Südtiroler ihren Sonnenhut für einen Oster-Spaziergang am Strand einpacken dürfen, hängt davon ab, ob Südtirol es schafft, bis dahin seine Einstufung von derzeit orange in gelb zu wechseln.

Sonntag neue Einstufung

Als Reiseziele sind ebenfalls nur Destinationen erlaubt, die sich in gelben oder weißen Zonen befinden. Letzteres trifft derzeit nur auf Sardinien zu. Weil die Insel bis Ostern auf keinen Fall orange werden kann, ist Sardinien – sofern Südtirol bis dahin gelbe Zone wird – das sicherste anzusteuernde Reiseziel.

Derzeit sind 12 Regionen als rot oder orange eingestuft. Da die Infektionszahlen aber staatsweit aufgrund der Mutationen steigen, wird Rom ab Sonntag weitere Regionen als orange oder gar rote Hochrisikogebiete einstufen. „Italien wird oranger statt gelber, und es ist nicht auszuschließen, dass deshalb vor Ostern noch ein generelles Reiseverbot kommt“, sagt Tourismuslandesrat Arnold Schuler.

Touristiker wenig optimistisch

Wenig Grund zum Optimismus sehen Südtirols Touristiker. „Reisen in Italien sind nur von gelber zu gelber Zone erlaubt. Hinzu komme, dass Gäste aus Deutschland bei der Rückreise nach wie vor Quarantänebestimmungen unterliegen.

Bis 14. März sind Südtirols Hotels im Lockdown. HGV-Chef Manfred Pinzger fordert, dass sie zu Ostern „zumindest für interne Kreisläufe“, sprich einheimische Gäste, öffnen dürfen.

Die Wirtschaft fordert eine rasche Öffnung, die Politik mahnt zur Vorsicht und der Biostatistiker Markus Falk wagt im s+ Interview eine Prognose.

d/bv/ansa