Dies berichtete am Freitag Außenminister Franco Frattini. Der Minister rief Europa zu einem „Pakt für Nordafrika“ zur Förderung des Wirtschaftswachstums und der Demokratie in der Region auf. Für Nordafrika sei ein neuer „Marshall-Plan“ dringend notwendig, der dem Mittelmeerraum Stabilität sichern könne.Italien könne in dieser Hinsicht wegen seiner strategischen Position eine Schlüsselrolle spielen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Mittelmeer zum Transitweg für Massen verzweifelter Menschen wird, die in Europa eine Zukunft suchen“, erklärte Frattini. Staatspräsident Giorgio Napolitano bekräftigte die Bereitschaft Italiens, Untersuchungen über Menschenrechtsverbrechen seitens des libyschen Regimes zu unterstützen. Italiens Position sei mit jener der internationalen Organisationen identisch, versicherte der Präsident.Italien startete humanitäre Hilfsaktion in TunesienDie Regierung hat unterdessen am Freitag die humanitäre Hilfsmission zur Unterstützung von Flüchtlingen in Tunesien gestartet. Fünf Millionen Euro sie für die Mission bereit, die unter anderem den Aufbau von Flüchtlingslagern für 50.000 Personen vorsieht. Als Verantwortliche für die Mission wurde Diplomatin Elisabetta Belloni ernannt, die schon den Krisenstab in Rom geführt hatte.Außen-, Verteidigungs-, Innen- und Gesundheitsministerium, sowie Gemeinden, Regionen und der Zivilschutz wurden für die Mission mobilisiert, die unter anderem eine Massenabfahrt tunesischer Migranten in Richtung Süditalien abwenden will. „Italien fängt mit der Mission sofort an, wir Bahnbrecher für die anderen europäischen Länder“, kommentierte Außenminister Frattini.Im Auftrag der ägyptischen Regierung werde Italien tausende ägyptische Migranten, die aus Libyen nach Tunesien geflüchtet sind, bei der Heimkehr unterstützen, so Frattini. Zu diesem Zweck wird Rom Schiffe der italienischen Marine, Fähren und Charterflüge zur Verfügung stellen.Für den Fall, dass doch tausende von Migranten Süditalien erreichen sollten, will Italien nicht unvorbereitet sein. Innenminister Roberto Maroni traf sich mit den Präsidenten der Regionen, um Strukturen zu finden, in denen Flüchtlinge aufgenommen werden könnten. Laut Maroni sei Italien in der Lage, in nächster Zeit bis zu 50.000 Flüchtlinge aufzunehmen. apa