Chefunterhändler Saeb Erekat sagte am Mittwoch vor Journalisten in Ramallah, man wolle Anfang Jänner einen entsprechenden Antrag auf Anerkennung eines eigenen Staates in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 und der israelischen Okkupation des Westjordanlandes mit Ostjerusalem und des Gazastreifens einbringen.„Wir wollen warten, bis Bosnien-Herzegowina die Präsidentschaft des Sicherheitsrates übernimmt“, sagte Erekat. Die Palästinenser reagieren damit auf die Entscheidung der US-Regierung, die Bemühungen um einen israelischen Siedlungsstopp im Westjordanland einzustellen. Ein an den UNO-Sicherheitsrat gerichtetes Ersuchen, einen souveränen palästinensischen Staat anzuerkennen, basiert auf einem Beschluss der Arabischen Liga. Diese umfasst 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina, der von über hundert Ländern anerkannt wird. Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Arabischen Liga geworden.Der Palästinensische Nationalrat als Exilparlament hatte am 15. November 1988 in Algier den Staat Palästina auf dem Territorium des Westjordanlandes und des Gazastreifens proklamiert. Der damalige jordanische König Hussein hatte daraufhin die staatsrechtliche Ausgliederung des Westjordanlandes mit Ostjerusalem verfügt, um dem palästinensischen Selbstbestimmungsrecht Rechnung zu tragen.Erekat hatte am Dienstag klargestellt, dass ein Interimsabkommen, wie es Israels Premier Benjamin Netanyahu neuerdings ins Gespräch gebracht hat, für die Palästinenser indiskutabel sei. Für Übergangslösungen jedweder Art sei es jetzt eindeutig zu spät. Es gehe um eine „definitive Regelung“ aller Streitfragen. Dazu gehörten Jerusalem, die Grenzen, die Flüchtlinge, die Sicherheit, die Siedlungen, das Wasser und die Gefangenen, unterstrich Erekat. Der 1993 in Washington vom israelischen Premier Yitzhak Rabin und dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat unterschriebene Grundlagenvertrag hatte eine definitive Regelung („Endstatus“) bis zum Jahr 1999 vorgesehen. Den israelischen Vorschlag, einen palästinensischen Staat zunächst innerhalb von „vorläufigen“ Grenzen zu errichten und erst später über deren endgültigen Verlauf zu verhandeln, hat die palästinensische Führung strikt abgelehnt. apa/dpa/afp