Die Palästinenser beharren trotz schwindender Chancen auf einer Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen.„Es gibt keine Kursänderung“, erklärte ein ranghoher Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah am Donnerstag zu anderslautenden Medienberichten.Die israelische Zeitung „Maariv“ hatte berichtet, die Palästinenser hätten ihre Strategie geändert und wollten sich jetzt nur noch in der UN-Vollversammlung um einen Status als staatliches Nichtmitglied bemühen."Wir konzentrieren uns ganz auf den Sicherheitsrat"„Die Vollversammlung ist eine Option, aber wir konzentrieren uns zurzeit ganz auf den Sicherheitsrat“, bekräftige jedoch der Vertreter der Autonomiebehörde. Einen Rückzieher könne nur das Exekutivkomitee der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) beschließen.Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am 23. September die Aufnahme Palästinas als Staat in die UN beantragt. Eine Mehrheit dafür im UN-Sicherheitsrat galt lange als garantiert; die USA drohten mit einem Veto. Doch jetzt erscheint es möglich, dass die Mehrheit von neun der fünfzehn Ratsmitglieder verfehlt wird und die USA nicht einmal ihr Veto einlegen müssten.Bisher hätten acht Staaten zugesichert, für eine Aufnahme Palästinas zu stimmen, sagte der Sprecher: China, Russland, Brasilien, Indien, Südafrika, der Libanon, Nigeria und Gabun. Großbritannien, Frankreich, Bosnien-Herzegowina und Portugal werden sich aller Voraussicht nach enthalten oder dagegen stimmen.Ein Nein wird allgemein von den USA, Deutschland und Kolumbien erwartet. Die Gegner einer Aufnahme zum jetzigen Zeitpunkt verlangen, dass die Palästinenser zuvor Frieden mit Israel schließen.Ein Ausschuss des Sicherheitsrates prüft den Aufnahmeantrag seit Wochen. Es wurde erwartet, dass er an diesem Freitag einen Abschlussbericht vorlegt.UN-Mitglieder sind sich weiter uneinsDarin wird aber aller Voraussicht nach keine Empfehlung enthalten sein, weil sich die Mitglieder selbst uneins sind. Der Sicherheitsrat könnte sich dann kommende Woche mit dem Antrag befassen.Allgemein wird damit gerechnet, dass die Palästinenser beim Scheitern ihres Antrages im Sicherheitsrat die UN-Vollversammlung anrufen. In dem Parlament der 193 Staaten gilt ihnen eine Mehrheit zwar als sicher.Die Kammer kann aber nicht die Vollmitgliedschaft, sondern nur eine Aufwertung des Status beschließen. Die Palästinenser wären dann „staatliches Nichtmitglied mit Beobachterstatus“ – was bisher nur der Vatikan ist, aber auch die beiden deutschen Staaten bis zum Beitritt 1973 waren.apa/dpa