Das geht aus dem E-Mail-Verkehr von Alaskas Ex-Gouverneurin hervor, der am Freitag auf Antrag mehrerer Medien und Privatpersonen weitgehend veröffentlicht wurde. Derzeit wird darüber spekuliert, ob Palin sich für die Präsidentschaftswahlen 2012 bewirbt.Die „New York Times“ zitierte aus einer Mail von Palin Ende August 2008. „Kannst Du es glauben?“, antwortete sie auf einen Glückwunsch zu ihrer überraschende Nominierung als Vize-Präsidentschaftskandidatin durch den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. „Er (McCain) hat es mir gestern gesagt – es ging schnell voran!“In den Wochen und Monaten nach ihrer Nominierung erhielt die Politikerin der ultrakonservativen Tea Party mehrere Morddrohungen. In einer hieß es laut „Los Angeles Times“, Palin „muss getötet werden“. Die Politikerin gehöre nicht der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA an, „um das Recht jedes Bürgers auf den Besitz von Waffen zur Selbstverteidigung zu unterstützen, sondern um das Recht jedes weißen Bürgers aus dem Süden zu unterstützen, alle nicht-weißen Leute legal zu erschießen“. Auch in einer aus dem belgischen Antwerpen verschickten Mail wurde dazu aufgerufen, Palin zu töten, da erst dann „Gerechtigkeit hergestellt“ sei.Über 24.000 Seiten öffentlich gemacht Die Behörden von Alaska machten insgesamt mehr als 24.000 E-Mail-Seiten öffentlich zugänglich, rund 2400 als vertraulich oder privat eingestufte Seiten blieben dagegen unter Verschluss. Die Mails wurden ausgedruckt und in Kartons an Redaktionen von Zeitungen, Radiostationen und TV-Sendern verschickt. Aus dem Schriftverkehr lässt sich den Berichten zufolge ableiten, dass Palin eine fleißige Politikerin ist, die sich bemüht, ihre Arbeit und ihre Familie unter einen Hut zu bringen. Auch ihr Unmut über die Medien kommt zum Ausdruck. „Arghhhh!“, kommentiert Palin Journalistenfragen nach ihrem Lieblingsgedicht und ihrer Sonnenbank im Gouverneurssitz.Der Fernsehsender CNN, die Zeitung „Anchorage Daily News“ sowie mehrere Privatpersonen hatten auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes die Herausgabe der Dokumente aus Palins Zeiten als Gouverneurin verlangt, nachdem McCain die Politikerin zu seiner potentiellen Stellvertreterin erhoben hatte. Die Behörden hatten zunächst argumentiert, die Mails könnten wegen des veralteten Verfahrens bei ihrer Speicherung nicht herausgegeben werden. Außerdem wurde der Vorgang dadurch erschwert, dass Palin Schriftverkehr in ihrer Funktion als Gouverneurin über eine Adresse bei dem privaten Internetunternehmen Yahoo abwickelte.Palin war 2008 durch ihre Nominierung durch McCain auf einen Schlag weltweit bekannt geworden und spaltet seither die politische Landschaft der USA. Wiederkandidatur: Palin hat sich noch nicht festgelegt Ihre Anhänger feiern sie als bodenständige und patriotische Anwältin erzkonservativer Werte, ihren Gegnern ist sie wegen ihrer populistischen Auftritte ein Graus. Mehrere Medien, darunter die „New York Times“, haben die Palin-Mails online gestellt und ihre Leser aufgefordert, bei der Suche nach nachrichtlichen Goldstücken in den größtenteils banalen Dokumenten zu helfen.Palin hat bisher offen gelassen, ob sie sich um die Kandidatur der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl 2012 bewerben wird. Zuletzt befeuerte sie Spekulationen mit einer Bustour an historische Stätten der USA. apa/dpa