Montag, 25. Januar 2021

Pandemie: Italiens Regionen fordern Änderung des Ampelsystems

Zwischen einigen italienischen Regionen und der Regierung in Rom eskaliert der Streit um das geltende Ampelsystem. Die Präsidenten von 6 Regionen fordern eine Änderung der Parameter, nach denen Italiens Gebiete in bestimmte Risikogruppen eingestuft werden.

Im Anti-Corona-Kampf hatte Italien die Zoneneinteilung im Herbst 2020 eingeführt.
Im Anti-Corona-Kampf hatte Italien die Zoneneinteilung im Herbst 2020 eingeführt. - Foto: © shutterstock
„Wir haben mehrmals die Regierung aufgefordert, das Bewertungssystem bei der Bestimmung der Risikogruppe zu überdenken, in die die Regionen eingestuft werden“, hieß es in einem Schreiben der 6 Regionen, die von oppositionellen Mitte-Rechts-Parteien regiert werden.

„Das Bewertungssystem kann verheerende Folgen für das Leben der Menschen und der Wirtschaft haben, wie die Lage in der Lombardei bewiesen hat. Daher ist maximale Strenge bei der Prüfung der Infektionszahlen notwendig. Wir fordern eine sofortige Änderungen der Kriterien, nach denen die Risikoklasse bestimmt wird“, hieß es im Schreiben der Präsidenten von Lombardei, Friaul Julisch Venetien, Venetien, Umbrien, Kalabrien und Sardinien.

Die Lombardei fordert von der Regierung in Rom eine Entschädigung. Das Gesundheitsministerium habe am 16. Jänner aufgrund veralteter Daten der Infektionszahlen die norditalienische Region als rot eingestuft, was zu einem Teil-Lockdown mit Schließungen von Geschäften und Lokalen, sowie zu strengen Reisebeschränkungen geführt habe, behauptet der lombardische Präsident Attilio Fontana.

Dabei habe sich die epidemiologische Lage in der Lombardei bereits so weit entspannt, dass sie seit gestrigem Sonntag wieder als orange Zone, also in eine niedrigere Risikoklasse, eingestuft werden konnte. Die Tage des unmotivierten Lockdowns hätten der Wirtschaft der Region schwere finanzielle Schäden verursacht.

Südtirol geht weiter eigenen Weg

„Die Lombardei leidet unter den Folgen eines eklatanten und dramatischen Fehlers des Gesundheitsministerium auf Kosten der Bürger“, protestiert der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini. Gegen die Einstufung in rote Zone mit Teil-Lockdown hatte die Lombardei bei einem Verwaltungsgericht Klage eingereicht. Ein Urteil wird diese Woche erwartet.

Im Anti-Corona-Kampf hatte Italien die Zoneneinteilung im Herbst 2020 eingeführt. Die Risiko-Klasse hängt von einem Bündel an Zahlen über das Infektionsgeschehen und die Lage in den Krankenhäusern ab. Zuletzt verzeichneten die Gesundheitsbehörden moderat verbesserte Werte.

Unterdessen geht Südtirol weiterhin seinen eigenen Weg. Denn obwohl die Region laut der nationalen Einstufung bereits seit geraumer Zeit als „rote Zone“ ausgewiesen ist und damit das öffentliche Leben weitgehend ruhen müsste, läuft das Leben unter gewissen Einschränkungen weitestgehend normal ab.

apa/stol