Samstag, 19. September 2020

Pandemie: Kurz für nächsten Sommer optimistisch

der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat im Rahmen eines Schweiz-Besuchs seine Ansicht bekräftigt, dass die Corona-Pandemie bis zum Sommer des nächsten Jahres dauern dürfte. „Bis dahin wird uns die Pandemie noch einiges abverlangen“, sagte er am Freitagabend in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF. Für Sommer 2021 sei er aber „sehr optimistisch“.

Österreichs Bundeskanzler Kurz auf Besuch in der Schweiz.
Österreichs Bundeskanzler Kurz auf Besuch in der Schweiz. - Foto: © BUNDESKANZLERAMT / DRAGAN TATIC
Es gebe „große Fortschritte bei der Erforschung eines Impfstoffes und bei der Erforschung von Medikamenten“, begründete Kurz seine Zuversicht. „Insofern rechne ich damit, dass der nächste Sommer wieder ein normaler werden kann“, fügte Kurz hinzu, der bereits Ende August im „Sommergespräch“ mit dem ORF-Fernsehen mit Blick auf Mitte kommenden Jahres vom „Licht am Ende des Tunnels“ gesprochen hatte. Am Samstagvormittag will sich der Regierungschef in Basel bei einem Treffen mit CEOs führender Pharmakonzerne über den Stand bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen informieren.

Dass mittlerweile die Zahlen in Österreich wieder angestiegen sind, begründete der Bundeskanzler gegenüber SRF neuerlich vor allem damit, das viele Fälle „aus dem Ausland eingeschleppt“ worden seien. „Wir haben viele Reiserückkehrer gehabt im Sommer. Wir sind keine Insel.“ Der Tourismus in Österreich habe eigentlich sehr sicher funktioniert, meinte der ÖVP-Chef.

Nun passiere in Österreich aber das, „was in allen Ländern passiert, wenn sich die Gespräche, die Kontakte wieder nach innen verlagern. Mit dem Schulbeginn und mit der Rückkehr aus dem Homeoffice, da steigen auch die Infektionsraten wieder. Das ist in der Schweiz so. Das ist in Österreich so. Das ist in den meisten europäischen Ländern so.“

Wien als Corona-Risikogebiet eingestuft

Wegen steigender Infektionszahlen hatte die Schweiz Wien am vergangenen Freitag auf die Liste der Corona-Risikogebiete gesetzt und eine bedingte Quarantänepflicht ausgesprochen. Kurz und die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga versicherten am Samstag nach einem Treffen auf dem Landgut Lohn bei Bern, alles zu tun, um neuerliche Grenzschließungen zu vermeiden.

„Wir wollen gemeinsam sicherstellen, dass die Grenzregion weiter gut funktioniert, und dass es zu keinen Einschränkungen für Bevölkerung und Wirtschaft kommt“, hielt Kurz dabei fest.Täglich gibt es rund 9000 Grenzgänger, die von Österreich in die Schweiz zur Arbeit fahren.



apa/stol

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