Donnerstag, 03. Oktober 2019

Papst ernennt Anti-Mafia-Ermittler zum Gerichtschef

Der ehemalige römische Staatsanwalt, Giuseppe Pignatone, ist am Donnerstag von Papst Franziskus zum neuen Präsidenten des vatikanischen Gerichts ernannt worden.

Der aus Palermo stammende Pignatone hat in seiner langen Karriere heikle Anti-Mafia-Ermittlungen geführt.
Der aus Palermo stammende Pignatone hat in seiner langen Karriere heikle Anti-Mafia-Ermittlungen geführt. - Foto: © ANSA / Riccardo Antimiani

Der 70-jährige Pignatone, der zu den angesehensten italienischen Staatsanwälten zählt, ersetzt den bisherigen Präsidenten Giuseppe Dalla Torre, teilte der Vatikan mit.


Der aus Palermo stammende Pignatone hat in seiner langen Karriere heikle Anti-Mafia-Ermittlungen geführt. Unter seiner Regie wurden in den 1990er Jahren in Palermo mehrere prominente Mafiosi festgenommen. Als Staatsanwalt in Rom führte er 2014 die Ermittlungen um „Mafia Capitale“, ein ausgedehntes System aus Verstrickungen zwischen mafiöser Kriminalität und Politik in der Gemeinde Rom.


Der Vatikan ist zurzeit mit einem neuen Skandal konfrontiert. Nach einer Razzia im Vatikan wurden am Mittwoch fünf Mitarbeiter suspendiert worden, darunter der Direktor der Finanzaufsicht AIF, Tommaso Di Ruzza. Anlass der Durchsuchungen seien Immobiliengeschäfte im Ausland, hauptsächlich in der britischen Hauptstadt London, gewesen, berichtete das italienische Magazin „L'Espresso“ am Mittwoch in seiner Onlineausgabe.

Der Vatikan selbst bestätigte lediglich die Beschlagnahme von „Dokumenten und elektronischen Geräten“ im Staatssekretariat und bei der Finanzaufsicht des Kirchenstaates.

apa