Mittwoch, 20. Januar 2021

Papst lobt Atomwaffenverbotsvertrag

Der Papst hat sein Engagement für eine atomwaffenfreie Welt bekräftigt. In seiner wöchentlichen Videoansprache am Mittwoch forderte Franziskus laut Kathpress erneut eine Abschaffung nuklearer Arsenale. „Der Einsatz von Atomwaffen hat zerstörerische Wirkung“, betonte Franziskus.

Der Papst hat sein Engagement für eine atomwaffenfreie Welt bekräftigt.
Der Papst hat sein Engagement für eine atomwaffenfreie Welt bekräftigt. - Foto: © APA/afp / HANDOUT
Kernwaffen träfen in kurzer Zeit viele Menschen und schädigten langfristig die Umwelt. Alle Staaten seien aufgerufen, auf solche Mittel zu verzichten. Der Papst äußerte sich kurz vor dem Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrags (TPNW) am Freitag. Er lobte das Abkommen als „wichtigen Schritt“. Es sei das erste rechtsverbindliche internationale Instrument, das Atomwaffen ausdrücklich verbiete.

Das Abkommen war im Sommer 2017 von 122 Staaten bei den Vereinten Nationen in New York verabschiedet worden. Mehr als 80 Länder – darunter Österreich, das den Vertrag mitinitiiert hat – haben es bisher unterzeichnet, darunter auch der Heilige Stuhl als eigenes Völkerrechtssubjekt. Der Vertrag gilt jedoch nur für die unterzeichnenden Staaten. Die 9 Atommächte und ebenso die Mitgliedsländer der NATO lehnen das Abkommen ab.

Bereits auf einem Vatikan-Symposium 2017 hatte der Papst nukleare Abschreckung als ethisch nicht mehr vertretbar bezeichnet und damit die katholische Lehre gegenüber Positionen aus dem Kalten Krieg verschärft. Bei einem Besuch im japanischen Hiroshima im November 2019 verurteilte er den bloßen Besitz von Kernwaffen als „unmoralisch“.

In seiner im Oktober veröffentlichten Enzyklika „Fratelli tutti“ verlangte Franziskus die vollkommene Abschaffung von Atomwaffen als „moralische und humanitäre Pflicht“. Die eingesparten Rüstungsausgaben sollten in einen Weltfonds fließen, „um dem Hunger ein für alle Mal ein Ende zu setzen und die Entwicklung der ärmsten Länder zu fördern“.

apa