Dienstag, 29. September 2020

Papst plant Rationalisierung der Ausgaben im Vatikan

Nach dem Skandal um den zurückgetretenen Kurienkardinal Angelo Becciu, dem Geldunterschlagung vorgeworfen wird, plant Papst Franziskus eine Rationalisierung der Ausgaben im Vatikan. Lediglich die Güterverwaltung APSA soll künftig für die Ausgaben des kleinsten Staates der Welt zuständig sein. Sie soll mehr Kompetenzen erhalten.

Lediglich die Güterverwaltung APSA soll künftig für die Ausgaben des kleinsten Staates der Welt zuständig sein.
Lediglich die Güterverwaltung APSA soll künftig für die Ausgaben des kleinsten Staates der Welt zuständig sein. - Foto: © APA/afp / TIZIANA FABI
Der Papst überlege schon länger eine Verwaltungsreform, erklärte APSA-Präsident Nunzio Galantino im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Dienstagsausgabe). Der Skandal um Becciu habe den vor 2 Jahren in die Wege geleiteten Prozess lediglich beschleunigt. Ziel sei es, mehr Transparenz in die vatikanischen Finanzen zu bringen.

„Der Heilige Vater fordert, dass künftig eine einzige Stelle für Ausgaben und Investitionen verantwortlich ist. Damit will er die Kontrolle über den realen Strom von Liquidität erhalten, die für das Leben der römischen Kurie und die Mission der Kirche notwendig ist“, sagte der 72-jährige Galantino.

Der APSA-Präsident berichtete, dass auch der Vatikan finanziell von der Corona-Pandemie betroffen sei. Die vatikanischen Museen seien wegen des Lockdowns über 2 Monate lang geschlossen gewesen, die Zahl der Besucher sei rückgängig. Auch seien die Mieten in den eigenen Gebäuden reduziert worden, weil viele Personen finanzielle Schwierigkeiten hätten. „Trotzdem haben wir stets die Gehälter der rund 5000 Vatikan-Mitarbeiter gezahlt“, berichtete Galantino. Der Vatikan könne nicht auf Kurzarbeit zurückgreifen.

apa