Dienstag, 26. März 2019

Papst: Roms Pracht darf nicht verfallen

Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch im Rathaus von Rom vor einem Niedergang der Stadt gewarnt. Rom brauche „kreativen Mut, um ordentlich und lebenswert zu bleiben, damit so viel Pracht nicht verfällt“, sagte der Pontifex bei seiner Ansprache vor Bürgermeisterin Virginia Raggi am Dienstag auf dem Kapitolshügel. Zu den „Anhäufungen vergangener Herrlichkeiten“ müssten jüngere Generationen einen Beitrag leisten können.

Papst Franziskus mit Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi.
Papst Franziskus mit Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi. - Foto: © APA/ANSA

Italiens Hauptstadt leidet seit Jahren unter Misswirtschaft, Müllkrisen und Verkehrschaos. Erst diese Woche wurden zentrale U-Bahnstationen – darunter die an Touristenattraktionen wie dem Trevi-Brunnen und der Spanischen Treppe – geschlossen, weil Rolltreppen kaputt waren.

Die 40-jährige Bürgermeisterin von der Fünf-Sterne-Protestbewegung steht in der Kritik, das Dauerchaos nicht in den Griff zu bekommen. Vor einer Woche wurde noch dazu der Präsident des Kommunalrates, Marcello De Vito, festgenommen. Der Sterne-Politiker soll Bestechungsgelder kassiert haben und Bauunternehmern im Gegenzug seine Unterstützung für Projekte zugesagt haben.

 „Rom, Stadt der Brücken, niemals der Mauern“

„Es ist noch entscheidender, dass Rom mit seinen Aufgaben und seiner Geschichte Schritt hält“, sagte der Papst, der auch den Titel Bischof von Rom trägt. Rom müsse weiter ein Ort der Gastfreundschaft sein und müsse Migranten wie auch sozial Ausgegrenzte integrieren. „Rom, Stadt der Brücken, niemals der Mauern“, sagte der 82-Jährige. Allerdings ist der Vatikanstaat selbst von einer dicken Mauer umgeben.

Der Argentinier ist seit 6 Jahren im Amt und hatte Raggi schon mehrmals im Vatikan getroffen. Es war allerdings sein erster Besuch bei der Stadtverwaltung. Auch bei seinen Vorgängern stand der Besuch am Kapitol traditionsgemäß auf dem Programm.

dpa

stol