Sonntag, 27. Januar 2019

Parlamentarier gehen an Bord von „Sea-Watch”

3 italienische Oppositionsparlamentarier haben am Sonntag dem Verbot der sizilianischen Hafenbehörden getrotzt und sind an Bord eines Schlauchboots des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3” mit 47 Migranten gegangen. An der Aktion beteiligten sich neben den Oppositionsparlamentariern auch der Bürgermeister der sizilianischen Stadt Siracusa, Francesco Italia, vor deren Küsten das Schiff am Anker liegt.

Die Parlamentarier trotzten dem Verbot. - Foto: APA (AFP)
Die Parlamentarier trotzten dem Verbot. - Foto: APA (AFP)

Die Parlamentarier und der Bürgermeister wollten sich des Zustands der 13 minderjährigen Migranten vergewissern, die Italiens Innenminister Matteo Salvini trotz der Aufforderung des Jugendgerichts von Catania nicht an Land gehen lassen will. Die Parlamentarier und der Bürgermeister wurden von einigen Menschenrechtsaktivisten begleitet, die Medikamente und Lebensmittel auf das Schiff lieferten.

Das Schlauchboot fuhr die sizilianische Parlamentarierin der konservativen Forza Italia und Ex-Frauenministerin Stefania Prestigiacomo. „Die Einwanderungsproblematik ist keine Show oder eine Kraftprobe, sondern muss auf europäischer Ebene mit Verantwortungsbewusstsein in Angriff genommen werden. Man darf Menschenleben nicht aufs Spiel setzen”, so Prestigiacomo.

Bürger von Siracusa sowie die italienische Bischofskonferenz erklärten sich zur Aufnahme der Migranten bereit. Hunderte Bürger demonstrierten im sizilianischen Siracusa am Samstag für die Landung der Flüchtlinge auf Sizilien. Das Rettungsschiff hat einen Ankerplatz rund 2 Kilometer vor Siracusa zugewiesen bekommen. „Lasst sie landen”, war auf Leintüchern zu lesen, die an den Fenstern und Balkonen der Hauptstraße von Syrakus hingen.

apa

stol