Bei einem Treffen der sieben SVP-Bezirksobleute mit Parteiobmann Richard Theiner und Landeshauptmann Luis Durnwalder am Montag in Pfalzen wurde der Marschplan der Partei für das Doppelwahljahr 2013 festgelegt.Dabei wurde beschlossen, dass die Parteimitglieder in Vorwahlen die Kandidaten für die Parlamentswahlen bestimmen. Nach den Parlamentswahlen für Rom, die voraussichtlich im März oder April 2013 stattfinden, werden dann landesweite Vorwahlen zur Ermittlung des SVP-Spitzenkandidaten/der SVP-Spitzenkandidatin und somit des Kandidaten der SVP für den Landeshauptmann/die Landeshauptfrau abgehalten. ParlamentswahlenDie SVP-Vorwahlen zur Ermittlung der Kandidaten für die Parlamentswahlen sollen im Jänner 2013 stattfinden. Allerdings wird die Partei abwarten, ob im Herbst ein neues gesamtstaatliches Wahlrecht verabschiedet wird. „Sollte dem so sein, muss der Parteiausschuss, der dafür zuständig ist, eine neue Wahlordnung verabschieden“, erklärt Christoph Perathoner, Sprecher der SVP-Bezirksobleute. Es sei noch nicht absehbar, ob auch für die Wahlen zur Abgeordnetenkammer wieder Wahlkreise eingeführt werden, ob ein Vorzugsstimmensystem komme oder das alte Wahlrecht mit leichten Änderungen neu aufgelegt werde.LH-KandidatDie landesweite parteiinterne Vorwahl zur Ermittlung der SVP-Kandidaten für das Amt des Landeshauptmanns/der Landeshauptfrau soll innerhalb Mai 2013 abgehalten werden. „Wichtig ist uns dabei, dass nur solche Kandidaten für die landesweiten Vorwahlen aufgestellt werden, die auch effektiv das LH-Amt übernehmen wollen und nicht Jux-Kandidaten bzw. Störkandidaten oder solche Kandidaten antreten, deren erstes Ansinnen es ist, sich für die Landtagswahlen im Oktober 2013 bekannt zu machen“, betont Perathoner. „Aus diesem Grunde möchten wir auch, dass die SVP-Funktionärinnen und –Funktionäre bei der Erstellung der Kandidatenliste im Vorfeld ein gewichtiges Wort mitreden.“ Das bedeutet: Bei den Namen sollen SVP-Gremien eine Vorauswahl treffen.„Die SVP-Bezirksobleute werden innerhalb Oktober der Parteileitung einen Vorschlag für einen Wahlmodus vorlegen, der dann dem Parteiausschuss weitergeleitet werden soll, zumal der Parteiausschuss die Kompetenz zur Verabschiedung der entsprechenden Wahlordnung hat“, kündigt die Partei an.Bei der eigentlichen Wahl über den Spitzenkandidaten dürften der SVP-Basis wohl nur mehr wenige Kandidaten - voraussichtlich zwei oder drei - zur Abstimmung präsentiert werden.Damit könnte verhindert werden, dass der Sieger gegen zu viele Mitbewerber antreten muss und nur eine niedrigere prozentuelle Zustimmung bekommt. Das würde bedeuten, dass er schon im Wahlkampf vor der Landtagswahl als schwacher Kandidat abgestempelt wäre.Weitere Vorwahlen möglich„Was die Nominierung der Kandidaten der sieben SVP-Bezirke für die Landtagswahlen angeht, so steht es den Bezirken frei, ob sie diese mittels Vorwahlen ermitteln wollen oder nicht“, erklärt Christoph Perathoner. Da bei den Landtagswahlen Vorzugsstimmen vergeben werden können, sei es nämlich nach geltendem Parteistatut nicht notwendig, Vorwahlen unter allen Mitgliedern abzuhalten. Wenn allerdings Vorwahlen angehalten werden, so ist deren Ergebnis für die SVP bindend. „Wir haben uns darauf geeinigt“, erklärt der Sprecher der Bezirksobleute, „dass die Bezirksobleute im Herbst den jeweiligen Bezirksausschuss mit der Frage nach der Aufstellung der Bezirkskandidaten für die Landtagswahlen befassen werden.“ Zeitlich soll die Aufstellung der Landtagswahlkandidaten nach der Erstellung der Liste für die SVP-Spitzenkandidatenwahl erfolgen.Die SVP-BezirksobleuteDie SVP-Bezirksobleutekonferenz setzt sich zusammen aus Roselinde Gunsch (Vinschgau), Karl Zeller (Burggrafenamt), Herbert Dorfmann (Brixen), Oswald Schiefer (Unterland), Christian Egartner (Wipptal), Albert Wurzer (Pustertal) und dem Sprecher der Bezirksobleute Christoph Perathoner (Bozen Stadt und Land). Rechtsmitglieder sind der Parteiobmann und der Landessekretär. Werden Themen behandelt, die speziell die ladinische Volksgruppe betreffen, wird der ladinische Parteiobmann-Stellvertreter zu den Sitzungen der Bezirksobleute eingeladen.