Die Mitglieder der Parlamentskommission der Alandinseln haben sich mit den Südtiroler Politikern getroffen, um die beiden Autonomiesysteme zu vergleichen.„Nach einer Einführung in die Geschichte Südtirols und dem Autonomiemodell des Landes wurde festgestellt, dass es zwischen beiden Realitäten große Parallelen gibt“, heißt es in einer Pressemitteilung am Dienstag.Gemeinsam sei den beiden Ländern das Anliegen eines weiteren Ausbaus der Autonomie.„Die Alandinseln haben zwar seit 90 Jahren eine weitgehende Autonomie, wollen dieses von Finnland zuerkannte Recht jedoch reformieren und den modernen Gegebenheiten anpassen“, so Regionalratspräsidentin Rosa Zelger Thaler. „Es freut mich sehr, dass sich die politischen Vertreter der Alandinseln Anregungen aus unserer Region holen wollen.“Es sei auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, sich gegenseitig auszutauschen und voneinander zu lernen.„Es ist für uns wichtig, die Südtiroler Autonomie und das Verhältnis zwischen den Sprachgruppen zu verstehen und über die künftigen Schritte, die Südtirol in Sachen Autonomie unternehmen will, informiert zu sein“, so die Präsidentin des Parlamentes der Alandinseln Britt Lundberg.Der HintergrundDie circa 6.700 Inseln umfassende Provinz der Åland-Inseln in der Ostsee verfügt über eine noch umfassendere Autonomie, als sie Südtirol innehat.Als Finnland nach der Oktoberrevolution die Unabhängigkeit von Russland erklärte, verlangten die Bürger der Åland-Inseln, die zu 95 Prozent schwedischer Volksangehörigkeit sind, sich von Finnland trennen zu können und Schweden anzugehören.Schweden brachte das Anliegen vor den Völkerbund.Dieser unterstützte die Sezession aber nicht. Stattdessen bekamen die Aland-Inseln 1921 eine breite Autonomie.Im Rahmen des Austausches lud Martha Stocker die Delegation zur Tagung der FUEV (Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen) nach Südtirol ein, die im Juni 2013 stattfinden wird und sich mit den verschiedenen Formen der Eigenständigkeit in den einzelnen europäischen Minderheitenregionen auseinandersetzen wird.